Franz Boas

Franz Boas (* 1858 in Minden, Deutschland; † 1942) war ein bedeutender Ethnologe.

Boas studierte an der Universitat Heidelberg. 1899 wurde er Professor an der Columbia University. Er wurde in den USA Wegbereiter für eine neue Richtung der Anthropologie.

Boas Kulturrelativismus

Bekannt geworden ist Boas durch seinen Kulturrelativismus: Jede Kultur ist relativ und nur aus sich selbst heraus zu verstehen.

Er entwickelte einen historischen Partikularismus. Jede Kultur hat seine eigene Geschichte und seine eigene Entwicklung. Man sollte nicht versuchen, ein allgemeines Gesetz zu machen, wie sich Kulturen entwickeln. Damit konnterte er dem Evolutionismus von Lewis Henry Morgan. Boas und seine Schüler änderten die amerikanische Anthropologie für immer.

Bekannt ist er für seine Forschungen von Wildbeutergesellschaften der Indianer an der N-NW-Küste der USA geworden. Er forschte bei den Kwakiutl. Als er diese studierte, fiel ihm die Unstimmigkeit von Morgans Theorie auf. Der Evolutionismus beschreibt Wildbeutergesellschaften (Jäger und Sammler) immer als unterste Entwicklungsstufe mit einem harten Leben, ohne Luxus, wo nur der tägliche Kampf ums Überleben herrscht. Boas fand aber bei den Kwakiutl eine ganz andere Situation. Diese sind zwar Wildbeuter, aber trotzdem sesshaft. Sie hatten ein angenehmes Leben mit reichlich Nahrung an der Küste. Sie besaßen reiche Töpferwaren und ein ausgeprägtes Kunsthandwerk und sogar Kriegsgefangene von Nachbarstämmen als Haussklaven. Und sie haben soviel, dass sie es verschenken oder gar zerstören können - nämlich beim Potlatch. Mit dieser Geschenkaustauschzeremonie hat sich später in Frankreich Marcel Mauss genauer beschäftigt.

Boas Erfahrungen bei den Kwakiutl beschäftigte die Anthropologie über viele Generationen.

Mit dem des Nationalsozialismus in Deutschland fing er an, sich gegen Rassismus auszusprechen und gegen jede Form von Intoleranz. Er schrieb und lehrte immer in großer Opposition zum Nationalsozialismus.

Werke