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Eine Freundschaft ist sehr individuell und auch kulturell abhängig. Ein Deutscher definiert in der Regel nur wenige seiner Mitmenschen als Freunde, meist höchstens einen oder zwei. Ein Nordamerikaner dagegen gewinnt im Laufe seines Lebens immer mehr Freunde. Hier wird eine gute Bekanntschaft meist schon als Freundschaft bezeichnet, im Gegensatz zu der oft tiefgehenden und langfristigen Beziehung, die in Deutschland meist für Freundschaft steht.
Manche Kulturen sehen auch geschlechtsspezifische Unterschiede bei Freunden: Das koreanische üri, eine nicht übersetzbare Form der Pflicht, kann nur zwischen männlichen Freunden existieren.
Sprachlich können positive zwischenmenschliche Beziehungen differenziert werden:
Freundschaft impliziert Vertrauen, bei intensiver Freundschaft bis hin zur Bedingungslosigkeit, und die subjektive Gewißheit, nicht vom Freund hintergangen zu werden. Im Gegensatz zur Liebe, die bei einer nicht erwiderten Liebe vollkommen einseitig ist, beruhen freundschaftliche Gefühle stets auf Gegenseitigkeit.
Literarisch ist die Freundschaft über die Jahrhunderte immer wieder thematisiert worden. Ein bekanntes Gedicht, Die Bürgschaft von Friedrich Schiller, ist ein Musterbeispiel für die Darstellung unbedingten Vertrauens in einer freundschaftlichen Beziehung. Winnetou von Karl May erzählt ebenfalls von einer Freundschaft, die bis in den Tod geht. Auf Seiten der philosophischen Literatur ist Über die Freundschaft, die Liebe und das Schöne von Platon ein Klassiker.