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Friedrich Krupp stammt aus einer eingesessenen Essener Bürgerfamilie. Sein Vater stirbt, als Krupp 8 Jahre alt ist. Als eigentliches Familienoberhaupt kann zumindest ab diesem Zeitpunkt die Großmutter, Helene Amalie Krupp (1732-1810), geborene Ascherfeld, angesehen werden. Sie hatte aus einer Kolonialwarenhandlung, die sie von ihrem Mann Friedrich Jodocus Krupp geerbt hatte, bereits einen Verbund diverser Handels- und Industrie-Unternehmen aufgebaut.
1807 erhält er von seiner Großmutter als Geschenk die "Gute Hoffnung" übertragen, eine Eisenhütte in Sterkrade, die sie 1800 ersteigert hatte. Krupp wirtschaftet diese sehr schnell herunter. Die Großmutter macht die Übertragung rückgängig, die Hütte geht 1808 an die Brüder Franz Haniel und Heinrich Huyssen, die mit der Gutehoffnungshütte den lange Zeit größten Arbeitgeber des späteren Oberhausens aufbauen.
Die Großmutter stirbt 1810, das Erbe geht an Friedrich Krupp. Mit diesem Startkapital gründet Krupp eine Werkstatt, die er am 20. November 1811 umfirmiert in die "Firma Friedrich Krupp zur Verfertigung des Englischen Gussstahls und aller daraus resultierenden Fabrikationen". Teilhaber sind die Brüder Georg Karl Gottfried und Wilhelm Georg Ludwig von Kechel, die behaupteten, in der Gussstahlherstellung erfahren zu sein. Ziel Krupps war es, das begehrte Material, dass seit der Kontinentalsperre Napoleon Bonapartes nicht mehr aus England nach Europa gelangte, auf dem Kontinent herzustellen. (Allerdings war er da nicht der erste, die Herstellung englischen Gusstahls war auf dem Kontinent durchaus bekannt, seit 1804 Johann Conrad Fischer (1773-1854) in Schaffhausen das englische Monopol gebrochen hatte.) Die Marktlücke war also gegeben. Doch am unternehmerischen Geschick mangelte es.
Die Gussstahlfabrik wird erst 1813 fertig gestellt, nachdem ca. 30.000 Reichstaler investiert wurden - bei minimalen Einkünften. Krupp zehrt im Grunde vom Familienvermögen. Zudem stellen sich die Teilhaber als unzuverlässig heraus: Ihre angeblichen Kenntnisse auf dem Gebiet des Gussstahls sind nicht vorhanden. Dem Bankrott nahe trennt sich Krupp 1816 von ihnen und wird Alleininhaber der Firma. In diesem Jahr ist er auch zum ersten Mal in der Lage, englischen Gusstahl zu liefern.
Doch die Firma bekommt er nie richtig auf die Füße. Er verschuldet sich hoch, ist häufig krank. Am 8. Oktober 1826 stirbt er, 39 Jahre alt. Beigesetzt wird er auf dem damaligen evangelischen Friedhof Essens zwischen der ersten und der zweiten Weberstraße. Das Unternehmen Krupp beschäftigt zu diesem Zeitpunkt noch sieben Arbeiter.