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Weitere Funktionssysteme sind Kunst, Religion, Intimbeziehungen, Wirtschaft, Erziehung und Recht, sie werden als verschiedenartig aber gleichrangig angesehen, weil kein Teilsystem ein anderes ersetzen kann und die moderne Gesellschaft auf alle angewiesen ist. Es gibt also keine Dominanz der Wirtschaft wie im Marxismus oder etwa der Politik.
Die Funktionssysteme sind geschlossen über binäre Codierungen, sie behandeln also alles, was in Frage kommt, unter einem spezifischen Blickwinkel, also etwa ob gezahlt wird oder nicht (Wirtschaft), Macht vergrößert werden kann oder nicht (Politik) oder etwas als transzendent oder immanent zu behandeln ist (Religion), aber innerhalb dieses Code können sie alles behandeln, thematisch sind sie offen.
Alle Funktionssystem sind auf Inklusion angelegt, das bedeutet, sie wollen alle verfügbaren Personen kommunikativ miteinbeziehen, etweder in Leistungs- oder in Publikumsrollen. Faktische Exklusionen, die ja zweifelsfrei zu beobachten sind, müssen dann so erklärt werden, dass die Teilsysteme bereits vorhandene Unterschiede immer weiter verstärken (positive Diskriminierung), wer also etwa schon Geld hat, bekommt leichter Kredit, wer schon gute Noten hatte, bekommt leicht wieder bessere, wer schon wissenschaftliches Prestige besitzt, kann leichter publizieren etc.
Zusammenfassend kann man sagen, dass Luhmanns These von der funktionalen Differenzierung nur die radikale Version eines soziologischen Gemeingutes ist, so sprach Durkheim noch von Arbeitsteilung (meinte aber mehr als den rein ökonomischen Begriff) und Bourdieu spricht etwa von sozialen Feldern. Auch wird die Theorie mißverstanden, wenn daraus geschlossen wird, dass die Teilsysteme immer unabhängiger voneinander werden, dass meint Schließung nämlich nicht. Im Gegensatz, sie werden natürlich abhängiger voneinander