Future

Rechtlich exakt umschrieben stellt ein Terminkontraktgeschäft (Futures-Kontrakt oder kurz: "Future") eine vertraglich bindende Vereinbarung zweier Vertragsparteien dar,

zu kaufen (Long-Futures-Position) oder zu verkaufen (Short-Futures-Position). Bei Futures-Kontrakten werden Leistung und Gegenleistung demnach nicht wie beim Kassageschäft (Direktgeschäft) Zug-um-Zug ausgetauscht, sondern im Vorhinein für einen späteren Zeitpunkt vereinbart. Zwischen Vertragsabschluss und Erfüllung von Futures-Geschäften fallen gewöhnlich mehrere Tage, zumeist Wochen oder Monate.

Futures werden als "unbedingte Terminkontraktgeschäfte" bezeichnet; denn wer einen Futures-Kontrakt abschließt, ist zunächst rechtlich an die Erfüllung des Vertrages gebunden (vgl. dazu Optionen, die als "bedingte" Termingeschäfte bezeichnet werden). Terminkontraktgeschäfte (Futures) werden im Gegensatz zu sog. Termingeschäften (Forwards) an Terminbörsen gehandelt.

Um einen geregelten (fungiblen) Börsenhandel, eine hohe Markttransparenz, geringe Handelskosten und einen leichten Marktzugang in Futures zu ermöglichen, legen die Terminbörsen die einzelnen Terminkontraktspezifikationen für jeden Futures-Kontrakt, bis auf den Preis, final in allen Einzelheiten exakt fest: Art und Menge und Güte des zugrunde liegenden Kontraktgegenstandes, Fälligkeit des Kontraktes, Lieferbedingungen usw. Insofern ist ein Terminkontrakt mit einem zuvor fixierten Standardvertrag vergleichbar, für den lediglich der Preis fortlaufend börslich ausgehandelt wird. Erst durch eine derartige Vereinheitlichung Standardisierung wird der Handel mit Futures sowohl für den Investor als auch für die Betreiber von Terminbörsen überhaupt ökonomisch sinnvoll.

Futures-Kontrakte sind nicht nur stets standardisiert und können während ihrer Laufzeit jederzeit wieder veräußert werden, ohne vorher die Gegenpartei fragen zu müssen, sondern alle Kontrakte mit der gleichen Kontraktausgestaltung gelten überdies auch als untereinander vertretbar, d.h. jeder dieser Futures-Kontrakte beinhaltet für alle Marktbeteiligten die gleichen Rechte und Verpflichtungen Fungibilität von Futures).

Während bei Forwards mehr als 90% der Verträge durch physische Lieferung erfüllt, sind es in den Futuresmärkten weniger als 3%, die nicht durch ein Gegengeschäft vor dem Fälligkeitszeitpunkt glattgestellt werden. Dieser Sachverhalt bedingt gleichzeitig eine Vervielfachung des Handelsvolumens durch bloße Aufrechnung von Futures-Kontrakten, ohne Realtausch, was indes die Liquidität der Futures-Märkte fördert und nicht zuletzt mit zu ihrer rasanten Entfaltung in den letzten Jahren beigesteuert hat.

Futures eignen sich aufgrund ihrer Eigenschaft der Versicherbarkeit gegen den Eintritt unerwünschter Preisentwicklungen wie maßgeschneidert zur Absicherung gegen Kursrisiken (Hedging) aus Waren- oder Finanzgeschäften, indem volkswirtschaftlich gegebene Risiken gegen eine angemessene Renditeerwartung an die Gruppe der weniger risikoscheuen Spekulanten abgegeben wird. Nicht zuletzt spiegelt sich in der Effizienz von Kurssicherungsgeschäften mit Hilfe von Futures und anderen derivativen Finanz-Instrumenten die zentrale ökonomische Bedeutung von Terminmärkten wider.

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