Germanen

Als Germanen werden eine Anzahl von Völkern bezeichnet, die um die Zeitenwende in Nord- und Mitteleuropa lebten. Den Namen Germanen haben nicht die Römer, sondern die Griechen erstmalig verwendet. Genauer gesagt ist er durch den griechischen Geschichtsschreiber Poseidonios im Jahre 80 v. Chr dokumentarisch gesichert. Er reiste zu den Kelten nach Großbritannien und kam auf seinem Rückweg auch nach Kontinentaleuropa. Bei seinem Treffen mit den Völkern Mitteleuropas hat er diesen Namen hörend vermutlich von irgendeinem Stamm der "Germanen" abgeleitet. So übertrug er den Namen eines kleinen, unbedeutenden Volksstammes letztendlich auf eine ganze ethnische Volksgruppe. Richtig verbreitet hat den Namen jedoch Cäsar. Die germanischen Völker selbst bezeichneten sich zunächst nicht als Germanen und hatten auch kein nationales Zusammengehörigkeitsgefühl.

Table of contents
1 Ursprünge
2 Geschichte
3 Reichsgründungen
4 Weblinks

Ursprünge

Die Germanen entstanden etwa um 1000 v. Chr in Dänemark aus bronzezeitlichen Volksgruppen, die ihre Wurzeln in den Ackerbau betreibenden Trägern der Megalithkultur und den indogermanischen Reitervölkern aus dem Osten hatten.

Um 500 v. Chr bildete sich aus einem indogermanischen Ur-Dialekt durch die germanische Lautverschiebung die germanische Ursprache, aus der später die germanischen Sprachen, wie deutsch, englisch, norwegisch etc. entstanden.

Geschichte

Älteste historische Berichte über die Germanen stammen von Begegnungen mit dem Römischen Reich. Der Zug der Kimbern, Teutonen und Ambronen besiegte im Jahre 113 v. Chr in der Nähe von Noreia ein römisches Heer, als dieses den vorbeiziehenden Tross in eine Falle locken wollte. Die Römer entgehen der völligen Vernichtung ihrer Truppen nur durch ein plötzlich einsetzendes Gewitter, welches die Germanen als ein warnendes Omen (Grollen) ihres Wettergottes Donar interpretieren.

Die weiteren, vom römischen Geschichtsschreiber Plutarch im Leben des Marius aufgezeichneten weiteren Siege der Germanen bis zur Vernichtung des Trosses sind im Artikel über die Kimbern zusammengefasst. Auch Tacitus erwähnt diese im 641. Jahr nach der Gründung Roms geschehenen Ereignisse in seiner aus dem Jahr 98 n. Chr. stammenden Germania (Tacitus: De origine et situ Germanorum, 37. Kapitel). Hier findet sich auch im 2. Kapitel die einzige detaillierte Beschreibung des Germaniens jener Zeit, wo die einzelnen Stämme und Völker zwischen Rhein und Weichsel sowie Donau und Nord- bzw. Ostsee aufgeführt sind. Nach Tacitus sei auch ein aus dem Rechtsrheinischen nach Gallien eingedrungener Stamm - dessen Angehörige nun als Tungrer bezeichnet würden - zuerst mit dem Namen Germanen belegt worden. Mit der Zeit habe sich der Name dieses Einzelstammes als Bezeichnung für die ganze Gruppe der mit ihm verwandten rechtsrheinischen Stämme durchgesetzt; Tacitus zufolge seien also als Germanen im umfassenden Sinn alle rechtrheinischen Stämme so zuerst von den Galliern bezeichnet worden. Diesen Namen haben dann die Volksstämme auch für sich selber verwendet.

Im 1. vorchristlichen Jahrhundert macht die römische Eroberung Galliens durch Cäsar die Germanen zu direkten Nachbarn des Römischen Reiches. Dieser Kontakt führte in der darauffolgenden Zeit zu ständigen Konflikten. Eine unsichere Situation am Rhein versuchten die Römer im Jahre 12 v. Chr durch die teilweise Eroberung Germaniens (des Landes zwischen Rhein und Elbe) zu bereinigen. Der Eroberungsversuch scheiterte im Jahre 9 n. Chr. mit dem Verlust dreier Legionen in der Varusschlacht (auch "Schlacht im Teutoburger Wald" genannt). Germanien blieb danach bis zur Völkerwanderung von der römischen Kultur wenig beeinflusst.

Versuche, die Germanenstämme, die zu dieser Zeit in Norddeutschland und Südskandinavien lebten, zu klassifizieren, führten zu Einteilungen in Nord-, West- und Ostgermanen oder auch Elb-, Wesergermanen.

Nord-Germanen:

Zu den Nord-Germanen zählen die skandinavischen Stämme. Aus ihnen gingen später die Dänen, die Schweden, die Norweger und die Isländer hervor.

West-Germanen:

Zu den West-Germanen zählen die:

Ost-Germanen:

Zu den Ost-Germanen südlich der
Ostsee zählen ursprünglich die Goten, Wandalen, Burgunden, Rugier, Gepiden und andere. Durch den verstärkten Einfall der slawischen Völker aus der russischen Ebene wurden die Ostgermanen zunehmend gen Süden und Westen gedrängt, wo sie in Konflikt mit den dort ansässigen Stämmen gerieten.

Reichsgründungen

In der Zeit der Völkerwanderung gründeten unterschiedliche Germanenstämme Reiche in Frankreich, Italien und Spanien, und wanderten auch nach Britannien. Auf dem europäischen Festland ging aus diesen Reichen später das Frankenreich hervor. Hieraus entstand dann das Heilige Römische Reich, dessen ostwärtige Expansion die Westbewegung der Völkerwanderungszeit umkehrte, und den Grundstein für das entstehende Deutsche Reich legen sollte.

siehe auch:

Weblinks