Geschichte Brasiliens 1822 bis 1880

Kolonialzeit und Unabhängigkeit

siehe Artikel Geschichte Brasiliens bis 1822

Periode von Kaiser Pedro I.

Nach der Erlangung der Unabhängigkeit von Portugal lässt sich der portugiesische Kronprinz Pedro zum Kaiser Pedro I. von Brasilien krönen. In den kommenden Jahren wird Brasilien von vielen Staaten anerkannt (USA 1823, Großbritannien 1825, Portugal 1825). Die Monroe-Doktrin der Vereinigten Staaten macht klar, dass eine gewaltsame Wiederherstellung der Kolonialordnung in Lateinamerika für die USA nicht akzeptabel ist.

Brasilien bekommt eine liberale Verfassung und wird eine konstitutionelle Monarchie. Zur gleichen Zeit beginnt eine verstärkte und organisierte Einwanderung, nicht zuletzt aus Deutschland.

Regentenzeit

Schon 1831 dankt Pedro I. ab, weil sein Vater gestorben ist, und wird König von Portugal. Sein unmündiger fünfjähriger Sohn wird sein Nachfolger. Bis zu seiner Volljährigkeit regiert Pedro I. von Lissabon aus über einen Regentschaftsrat das Land.

Uruguay spaltet sich 1825 von Brasilien ab und erklärt seine Unabhängigkeit, nachdem es nur vier Jahre als Provincia Cisplatina Teil Brasiliens war. Im Norden bricht der Volksaufstand "Cabanagem" aus, in welchem sich die Provinz Pará für von der portugiesischen Krone unabhängig erklärt. Im Süden versucht sich Rio Grande do Sul mit der "Revolução Farroupilha" von der Zentralregierung zu befreien. Beide Unabhängigkeitsbestrebungen können jedoch zugunsten der nationalen Einheit, aber nach verlustreichen Kämpfen, entschieden werden. 1838 beginnt der argentinische Diktator Juan Manuel de Rosas Kriegszüge auch gegen Brasilien, Großbritannien und Frankreich greifen auch in diese Auseinandersetzungen ein.

Periode von Pedro II.

1840 wird Pedro II. für mündig erklärt und zum Kaiser von Brasilien gekrönt.

In den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts wird Brasilien zur führenden Exportnation von Kautschuk. Auch der Export von Rindfleisch, Edelhölzern, Kaffee und Zucker floriert. Es kommt zu einer zögerlichen Industrialisierung (vor allem durch die Einwanderer aus Europa); der Nordosten, vom Süden wirtschaftlich überrundet, verarmt langsam.

Brasilien, Argentinien und Uruguay führen von 1864 bis 1871 Krieg gegen das expansionslustige Paraguay, in welchem letzteres eine katastrophale Niederlage erleidet.

1850 wird der Import von Sklaven verboten (das Gesetz gab es schon seit 1831, es wurde jedoch von niemandem befolgt). Im Jahr 1871 wird während der Abwesenheit von Kaiser Pedro II. ein Gesetz verabschiedet und von Regentin Prinzessin Isabel unterzeichnet, welche alle Kinder von Sklaven, die forthin geboren werden, als frei erklärt (Lei do Ventre Livre). 1888 unterzeichnet Prinzessin Isabel auch die Lei Aurea, das Goldene Gesetz, welches die Sklaverei abschafft. Brasilien ist damit das letzte Land, in welchem die Leibeigenschaft verboten wird.

Putsch und Ausrufung der Republik

Die Großgrundbesitzer erleiden durch diese beiden Gesetze Nachteile. Sie verbünden sich mit dem Militär gegen die Monarchie. Am 15. November 1880 wird Kaiser Pedro II. vom Militär gestürzt und muss mit seiner Familie das Land verlassen. General Manuel Deodoro da Fonseca ruft die Republik der Vereinigten Staaten von Brasilien (República Federativa do Brasil) aus.

Verweise