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| Table of contents |
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2 Neuere Zeiten (20./21. Jahrhundert) |
Der Irak liegt auf dem Gebiet des alten Mesopotamien; auf dem Territorium
des heutigen Iraks sind also einige der frühen Hochkulturen der Menschheit
entstanden (Sumerer, Babylonier, Assyrer).
331 v. Chr eroberte Alexander der Große das Land. Im 2. Jahrhundert
v. Chr. wurde es Teil des Persischen Reiches. Diesen Status behielt das Land,
bis die arabischen Muslime im 7. Jahrhundert, nach dem Tod Mohammeds,
sich des Gebietes bemächtigten (656); Bagdad wurde 762 Hauptstadt des
abbasidischen Kalifats (bis 1258). Ab 1055 eroberten die
Seldschuken das Land.
1258 eroberten die Mongolen das Land, die Herrschaft der Ilkhane
begann und der Niedergang der Wirtschaft und Kultur ging damit einher.
1401 wurde Bagdad durch Timur Lenk verwüstet.
1534 fiel das Gebiet des Zweistromlandes an das
Osmanische Reich.
Siehe auch: die detaillierte
Chronik der Ereignisse im Irak (1921 bis ins 21.Jh.).
Während des 1. Weltkrieges marschierten britische Truppen ein und besetzten
1917 Bagdad.
1920 löste Großbritannien aus dem ehemaligen osmanischen Reich die Provinzen Bagdad, Mosul und Basra heraus und verschmolz sie zum heutigen Irak. Der Völkerbund sanktionierte diese Maßnahme und übertrug Großbritannien das Mandat über den Irak.
Die Rechte am Erdöl des Landes teilten Großbritannien, die Niederlande,
Frankreich und die USA (je 23,75 %) unter sich auf; 5 % gingen an ein privates
Unternehmen. Die irakische Regierung erhielt nichts. An diesem Zustand
änderte sich bis 1958 nichts.
Um einen Hauptverbündeten aus dem ersten Weltkrieg abzufinden, wandelte Großbritannien das Land formal in eine haschemitische Monarchie um. Faisal Ibn Hussein, der den arabischen Aufstand gegen das osmanische Reich angeführt hatte, wurde am 23. August 1921 König des Irak.
1924 wird das erdölreiche von Kurden und Christen bewohnte Gebiet um Mosul und Kirkuk angegliedert.
Im Jahr 1932 wird der Irak konstitutionelle Monarchie und Mitglied des
Völkerbundes. Zwar ist der Irak damit formal unabhängig, doch sichern sich die Briten eine wirtschaftliche Sonderstellung.
Am 22. März 1945 war Irak Gründungsmitglied der Arabischen Liga.
Die Regierung wechselte in der Folgezeit häufig.
Truppen aus Syrien, Libanon, Jordanien, dem Irak und Ägypten
intervenierten gegen den neugegründeten Staat Israel; sie wurden jedoch bis
1949 zurückgeschlagen. 300.000 Juden flohen nach Israel, über 1 Mio. Araber
verlassen Israel bzw. die israelisch okkupierten Gebiete.
1955 unterzeichnete der Irak den Bagdad-Pakt.
Am 14. Februar 1958 wurde die "Arabische Föderation" mit Jordanien
als Gegengewicht zur VAR gegründet.
Am 14. Juli 1958 putschte die Armee. Der 23 Jahre alte König Faisal II und seine Familie wurden umgebracht, der Premierminister Nuri as-Said, der als Symbolfigur der Bindung an Großbritannien galt, von der aufgebrachten Bagdader Bevölkerung gelyncht. Die Vereinigung mit Jordanien sowie die Monarchie wurden beendet und die Republik Irak gegründet.
Dem Putsch folgten im Sommer 1958 zunächst sehr schnell einige soziale und demokratische Reformen: Es wurde eine neue Verfassung verabschiedet, Parteien und Gewerkschaften zugelassen. Im folgenden Machtkampf zwischen den Putschisten behielt Qasim die Oberhand und Arif wurde verhaftet. Qasim führte zunächst die Reformen fort, (Landreform am 30. September 1958), herrschte in der Folge jedoch immer diktatorischer. Binnen kurzer Zeit wurde ein Militärregime errichtet.
Außenpolitisch löste sich der Irak von seinen westlichen (Zwangs-)Bindungen: Im
März 1959 Austritt aus dem Bagdad-Pakt, Abschluss eines
Beistandspakts mit VAR, Unterstützung durch die Sowjetunion.
In den 60er folgten mehrere Putsche, bis die Baath-Partei 1968 schließlich
die Macht an sich riss und Ahmed Hasan al-Bakr President wurde.
Im Juni 1972 wurde die irakische Ölgesellschaft verstaatlicht; sie war bis dahin im Eigentum britischer, französischer und US-amerikanischer Konzerne sowie der Gulbenkian-Stiftung.
Am 15. Juli 1979 trat Ahmed Hasan Al-Bakr zurück und Saddam Hussein übernahm die Führung.
Im Verlauf des am 22. September 1980 begonnenen iranisch-irakischen Krieges (Erster Golfkrieg) kam es am 7. Juli 1981 zur Zerstörung eines im Bau befindlichen irakischen Kernkraftwerk durch israelische Bomber.
Am 16. Februar 2001 führten die USA und Großbritannien Luftangriffe auf irakische Radar- und Luftabwehrstellungen durch; gegen diese Aktionen protestierten die arabischen Länder sowie Russland, China und Frankreich.
Am 5. September 2001 wurden fünf der UN-Mitarbeiter des "Öl-für-Lebensmittel"-Programms ausgewiesen.
Am 29. November 2001 wurde das "Öl-für-Lebensmittel"-Programm um sechs Monate verlängert.
Saddam Hussein und sein Machtapparat zeigten sich bereit, den Forderungen der
internationalen Gemeinschaft nach Waffenkontrolle nachzukommen; so übergab man
am 8. Dezember 2002 eine 12.000 Seiten umfassenden Dokumentation über die
irakischen Waffensysteme an die UN. Die USA bezweifelten jedoch den
Wahrheitsgehalt und die Vollständigkeit dieser Dokumentation.
Am 20. März 2003, nachdem es bereits im Vorfeld zu militärischen
Aktionen gekommen war (z.B. griffen am 27. Dezember 2002 US- und
britische Flugzeuge Ziele im südlichen Irak an) begann der
Dritte Golfkrieg durch Angriff der USA und
Großbritanniens auf den Irak. Zuvor hatte Colin Powell, der Außenminister
der USA, am 5. Februar 2003 im UN-Sicherheitsrat fragwürdige
Geheimdienstinformationen vorgelegt, die Verstöße gegen die
UN-Resolution 1441 beweisen sollten.
Nach dem für die USA und Großbritannien gewonnenen Krieg wurde am 3. Mai beschlossen, den Irak in drei Besatzungszonen einzuteilen. Eine Zone soll von den USA, eine weitere von Großbritannien und die dritte von Polen verwaltet werden.
Im Mai 2003 kündigen die USA die irakische Erdöl-Förderverträge auf, die zur Zeit des Regimes von Staatschef Saddam Hussein mit Ölgesellschaften aus Russland, China und Frankreich geschlossen wurden.
Seit dem Juni werden beinahe täglich US-amerikanische Einheiten oder Stützpunkt angegriffen und es kommt vielfach zu Verletzten und Toten auch auf seiten der Amerikaner.
Am 22.7.2003 kommen bei einer amerikanischen Militäraktion in Mosul die beiden Söhne Saddam Husseins, Udai und Kusai ums Leben.
Zur Geschichte im 20./21. Jahrhundert siehe auch die detaillierte
Chronik der Ereignisse im Irak (1921 bis ins 21.Jh.)
Siehe auch: Irak-Konflikt, Irak-Invasionsplan der USA
Von der Frühzeit bis ins 20. Jahrhundert
Neuere Zeiten (20./21. Jahrhundert)
Irakische Monarchie
Siehe auch: Palästinakrieg.Beginn der Republik Irak (1958-1979)
1980-1988: Iranisch-Irakischer Krieg (Erster Golfkrieg)
1990-2001: Zweiter Golfkrieg und danach
1997
1998
1999
2000
Das Regime macht sich weiterhin schwerer Menschenrechtsverletzungen schuldig (vgl. die Vorwürfe von Amnesty International vom 30. November 2000).Ereignisse von 2001 bis zum Dritten Golfkrieg