|
|
Unter der Herrschaft von Nikolas I (1860 - 1918) verdoppelte sich Montenegros Staatsgebiet. Außerdem wurde international die Unabhängigkeit bestätigt (1878). Es folgte die erste Verfassung (1905), die Umwandlung des geistlichen Fürstentums in ein Königreich (1910) und weitere Gebietsgewinne in den Balkankriegen (1913), auch wenn die neu eroberte Stadt Shkoder auf Druck der Großmächte an Albanien abgegeben werden musste.
Nach dem Eintritt Montenegros in den 1. Weltkrieg auf der Seite Serbiens (August 1914), seiner Besetzung durch deutsche und österreichisch-ungarische Truppen (Januar 1916) kam es zum unfreiwilligen Ende der Unabhängigkeit: Unter der Behauptung, dass Nikolas einen Sonderfrieden mit dem Feind suche, wurde das Land an Serbien angeschlossen (29. November 1918) und wurde Teil des Königreiches der Serben, Kroaten und Slowenen. Innerhalb dieses Königreiches wurden die alten Landesgrenzen bei der Verwaltungsgliederung nicht berücksichtigt, Montenegro existierte in dieser Zeit politisch nicht. Es wurde erst nach dem 2. Weltkrieg als Teilrepublik Jugoslawiens wiederhergestellt.
Nach dem Bürgerkrieg in den 1990er Jahren wuchsen die Differenzen zwischen Montenegro und Serbien, weil die Bevölkerung des kleineren Landes Montenegro die Isolation und die Last des großserbischen Krieges nicht mehr mittragen wollte. So kam es im Zuge der NATO-Angriffe im Kosovokrieg zu einer versuchten Ausklammerung Montenegros vom NATO-Angriff.
2002 einigten sich Serbien und Montenegro auf die Auflösung Rest-Jugoslawiens und die vorläufige Gründung eines losen Verbundes zweier eigenständiger Staaten namens "Serbien und Montenegro". 2005 soll die Bevölkerung über den Fortbestand dieses Staatenbundes abstimmen.