72 v. Chr: Portugal wird unter dem Namen Lusitanien Teil des Römischen Reichss.
27 v. Chr: Im Zuge der Verwaltungsreform des Kaisers Augustus (*63 v. Chr., †14 n.Chr.; reg. 30 v. Chr. bis 14 n. Chr.) wird Lusitania (das Kerngebiet des heutigen Portugal) eine römische Provinz.
1139: Alfons (Afonso) I (*1110, †1185; reg. 1139-1185) begründet die Selbständigkeit Portugals und wird erster portugiesischer König.
1147: Lissabon wird den Arabern entrissen und 1260 Residenzstadt der portugiesischen Könige.
1267: Festlegung der bis heute gültigen Grenze zu Spanien.
1340: Alfons IV (reg. 1325-1357) besiegt gemeinsam mit einem kastilischen (spanischen) Heer den Sultan von Marokko.
1415: Portugal erobert nordafrikanisches Gebiet um Ceuta. Später erfolgen weitere Eroberungen entlang der Küste Westafrikas (Heinrich der Seefahrer [*1394, †1460]).
1438-1481: Fortsetzung der Entdeckung und Unterwerfung westafrikanischer Küstengebiete und Inseln unter Alfons V (*1432, †1481). Starke Expansion des Sklaven-, Gold- und Gewürzhandels.
Ende 15. Jahrhundert: Die Portugiesen erreichen das Kap der Guten Hoffnung (Südafrika), errichten Handelskolonien und entdecken den Seeweg nach Indien (Vasco da Gama).
1500 (22.4): Pedro Alvarez Cabral (*um 1467, †um 1526) entdeckt bei einer Umseglung Afrikas (auf der Reise nach Indien) Brasilien und nimmt das Land für die Krone Portugals in Besitz.
1580: Portugal geht an Spanien und wird diesem eingegliedert (bis 1640).
ab 1700: Die Portugiesen verlieren große Teile ihres Kolonialbesitzes in Afrika und Asien an die Engländer und Niederländer.
1807: Besetzung Portugals durch französische Truppen. Die Königsfamilie flieht vor den Nachstellungen des französischen Kaisers Napoleon I nach Brasilien. Die Franzosen werden mit englischer Unterstützung aber schon in den Jahren 1808/09 und 1811 aus Portugal vertrieben.
1815: Brasilien erreicht den Status eines Königreichs und damit die rechtliche Gleichstellung mit dem portugiesischen Mutterland.
1821: König Johann (João) VI (*1769, †1826) kehrt von seinem Exil in Brasilien nach Portugal zurück.
1822 (7.9.): Brasilien erklärt seine Unabhängigkeit von Portugal.
1889-1908: Ausdehnung des Kolonialbesitzes in Afrika unter König Karl (Carlos) I (*1863, †1908); zugleich Verschlechterung der finanziellen Lage (Staatsbankrott 1891).
1910 (4.10.): Manuel II wird in einer Revolution gestürzt.
1910 (5.10): Portugal wird Republik. Erster Präsident ist Teófilo Braga (*1843, †1924) . Es folgt eine Phase der politischen Instabilität mit häufig wechselnden Präsidenten und Regierungschefs.
1911: Die republikanische Regierung verfolgt eine antiklerikale Politik und verkündet die Trennung von Kirche und Staat.
1932 (5.7.): Antonio de Oliveira Salazar (*1889 †1970) wird Ministerpräsident. Er errichtet einen autoritär-korporativen Einparteienstaat nach faschistischem Vorbild, unterdrückt jegliche Opposition, schafft es aber, die Staatsfinanzen zu sanieren und die innere Ordnung wieder herzustellen.
1939-1945: Im Zweiten Weltkrieg bleibt Portugal neutral, gewährt den USA und Großbritannien aber Stützpunkte auf den Azoren.
1951 (11.6.): Die Kolonien werden offiziell zu Überseeprovinzen Portugals erklärt.
ab 1960: Portugal sieht sich in seinen afrikanischen Kolonien zunehmend in einen verlustreichen Unabhängigkeitskrieg verwickelt, der auch im portugiesischen Mutterland Unmut und Widerstand gegen die herrschende Diktatur auslöst.
1961 (18.12.): Portugal verliert seine Besitzungen in Indien (Goa, Damão und Diu).
1968 (26.9.): Nach einem Schlaganfall Salazars übernimmt Marcelo Caetano (*1906, †1980) das Amt des Regierungschefs und setzt die autoritäre Politik seines Vorgängers fort.
1973 (24.9.): Die westafrikanische Kolonie Guinea-Bissau erklärt einseitig ihre Unabhängigkeit, die von Portugal jedoch erst am 10.9.1974 offiziell gewährt wird.
1974 (25.4.): In einem Putsch stürzt eine zumeist von jüngeren Offizieren getragene »Bewegung der Streitkräfte« die seit 1932 bestehende Diktatur (sog. »Nelkenrevolution«). Eine Militärjunta übernimmt die Macht, nachdem Staatspräsident Américo Tomás (*1894, †1987; reg. 1958-1974) und Ministerpräsident Marcelo Caetano ihren Rücktritt einreichten oder dazu genötigt wurden.
1974 (15.5.): General António Ribeiro de Spínola (*1910, †1996), der sich erst nach dem Putsch an die Spitze der »Bewegung der Streitkräfte« rückte, wird Staatspräsident (bis 30.9.).
1974 (16.5.): Adelino da Palma Carlos (*1905, †1992) wird Ministerpräsident (bis 17.7.). Ihm folgt Oberst Vasco dos Santos Gonçalves (*1921). Die »Bewegung der Streitkräfte« schlägt einen radikal sozialistischen Kurs ein und gerät damit in Gegensatz zu Spínola.
1974 (30.9.): Staatspräsident de Spínola tritt wegen der von ihm missbilligten Linksentwicklung zurück. Sein Nachfolger wird General Francisco da Costa Gómes (*1914).
1974: Die kleine Kolonie Macao wird »chinesisches Territorium unter portugiesischer Verwaltung«.
1974 (10.9.): Die schon 1973 einseitig proklamierte Unabhängigkeit von Guinea-Bissau wird von Portugal offiziell anerkannt.
1975 (11.3): Zur Abwehr einer drohenden kommunistischen Machtübernahme versuchen General Spínola treue Verbände einen Putsch. Der Staatsstreich misslingt und Spínola flüchtet ins Ausland.
1975: Nach anhaltenden heftigen Machtkämpfen (vornehmlich zwischen Sozialisten und Kommunisten) wird Ministerpräsident Gonçalves durch eine Offiziersversammlung abgesetzt und durch José Pinheiro de Azevdo (*1917, †1983) abgelöst.
1975 (11.11.): Angola wird in die Unabhängigkeit entlassen.
1975 (20.11.): Eine revolutionäre Soldatenbewegung unter Oberst Otelo Saraiva de Carvalho inszeniert eine Rebellion linker Truppenteile, die von Oberst António Ramalho Eanes (*1935) niedergeschlagen wird. In der Folge wird die Armee neu strukturiert und aus der Politik herausgehalten.
1976 (Juli): Indonesien annektiert die portugiesische Kolonie Timor.
1976 (14.7.): Nach ersten freien Wahlen (25.4.) wird General Ramalho Eanes zum Präsidenten gewählt (1980 mit großer Mehrheit wiedergewählt). Der Führer der Sozialsten, Mario Soares (*1924) wird Ministerpräsident (23.7.).
1976 (22.9.): Portugal wird in den Europarat aufgenommen.