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Ein Gletscher (v. lateinisch glacies Eis) ist eine bis zu mehrere hundert Meter dicke Eismasse, die sich durch das Eigengewicht in langsamem Fluss talwärts bewegt.
Ein Gletscher entsteht durch die Ansammlung von Schnee, der nicht schmilzt, sondern sich immer weiter akkumuliert.
Auf einem Gletscher gibt es immer eine Nährzone und eine Zehrzone. In der Nährzone bleibt der Schnee auch während der warmen Jahreszeit erhalten, so dass er sich durch Temperaturwechsel und Druck im Lauf mehrerer Jahre zu Gletschereis umformt (in den Alpen etwa 10 Jahre). Durch das Fließen des Eises gelangt es mit der Zeit in tiefe/ exponierte Regionen, wo der Schnee gänzlich abschmilzt und auch das Gletschereis schmilzt. Diese Region wird als Zehrzone bezeichnet.
Die Größe der Nähr- und Zehrzone variiert jedes Jahr in Abhängigkeit der Schneemenge im Winter und des sommerlichen Witterungsverlaufs. Dadurch wird der Gesamthaushalt des Gletschers bestimmt, sprich ob er sich vergrößert oder verkleinert.
Es gibt Blockeisgletscher, Hanggletscher und Talgletscher.
Gletscher sind bedeutende Landschaftsformer; insbesondere während der Eiszeiten wurden viele Gebirge umgeformt und das abgetragene Gestein an anderer Stelle als Moränen wieder aufgehäuft. Gletscher stellen auch eine sichere Wasserversorgung vieler Flüsse in der niederschlagsarmen Sommerzeit dar.
In den Polargebieten münden viele Gletscher direkt ins Meer. Das von ihnen abbrechende Eis (Kalben des Gletschers) wird zu Eisbergen. Tafeleisberge haben einen anderen Entstehungsmechanismus.
Der äquatornäheste Gletscher, der ins Meer kalbt, heißt Ventisquero San Rafael, ist Teil des Campo de Hielo und liegt in Chile. Er befindet sich nahe des 45. südlichen Breitengrad, das entspräche projeziert auf die Nordhalbkugel etwa der Lage von Mailand.

Heute schmelzen viele Gletscher in den Gebirgen aufgrund der Klimaerwärmung. Sie sind ein Indikator für das Langzeitklima.
Siehe auch: Wildspitze Schneeferner, Gletschermilch