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Man kann die Globalisierung auf vier Ebenen unterscheiden:
Der weltweite Güterexport stieg zwischen 1950 und 1998 um das 17-fache während die Güterproduktion sich nur um das 6-fache vergrößerte. Die Zahl der direkten Auslandsinvestitionen ist zwischen 1970 und 1998 von 21 auf 227 Mrd US-$ gestiegen. Die Zahl der transnationalen Unternehmen steigt im selben Zeitraum von 7000 auf 449000. Neben der Zunahme des Warenverkehrs kommt es zu einer massiven Zunahme der Kapitaltransaktionen auf dem Kapitalmarkt.
Die Zunahme des Waren-, Kapital- (GATT-Verträge) und Diensleistungsverkehrs (GATS-Verträge) wurde vor allem durch die Welthandelsorganisation (WTO - World Trade Organisation), die USA und die EU vorangetrieben und zielt auf einen möglichst freien und fairen Handel. Sie will die vier Freiheiten, Modell für den EU-Binnenmarkt vorantreiben:
Ebenen der Globalisierung
Globalisierung des Kapital- und Warenverkehrs
(siehe: Handel)
Den Tendenzen zur Ausweitung des Handels stehen auch partiell protektionistische Interessen gegenüber.So wird die Öffnung der nicht-Industrieländer für Industrieprodukte vorangetrieben, während sich die EU und die USA den Argar-Produkten anderer Staaten zu verschließen versuchen.
Die Zahl der Personen-Kilometer im internationalen Flugverkehr hat sich seit 1950 mehr als verhundertfacht. Auch die Menge der Luftfracht hat sich seit 1950 mehr als verhundertfacht. Der Umfang der zu See transportierten Güter steigt seit 1920 stark. Mit den Ausweitung des Zug-, Automobil und Luftverkehrs weiten sich der grenzüberschreitende Personenverkehr und der Tourismus stark aus.
Die Zahl der Telefonanschlüsse am weltweiten Telefonnetz hat sich seit 1960 verzehnfacht. Neben dem Telefon entwickeln sich mit dem Mobiltelefon, dem Fax und dem Internet neue Kommunikationstechnologien. Vor allem über das Internet haben sich die grenzüberschreitenden Kommunikationsprozesse vervielfacht und die Zahl der Internetanschlüsse steigt weiter exponetiell.
Unter Globalisierung der Kultur muss vor allem die Ausbreitung westlicher Wertvorstellungen und Lebensstile verstanden werden. Eine massive Verbreitung westlicher Werte findet vor allem über das Fernsehen und das Kino statt, aber auch Musik und Mode (wie zum Beispiel die Krawatte) werden weltweit vom Westen beeinflusst. Oft bleiben diese westlichen Einflüsse aber auf einer oberflächlichen Ebene, werden modifiziert und in die eigenen kulturellen Wertvorstellungen eingebunden.
Globalisierungsprozesse sind vielfältig und komplex, sie beschreiben eine Vielzahl ineinander fließender wirtschaftlicher, politischer, ökonomischer, gesellschaftlicher und technischer Prozesse. Sie stellt neue Ansprüche an die Zusammenarbeit zwische Staaten und an die Entwicklung von supranationalen Organisationen. (siehe auch Weltkonzern)
- (siehe auch Weltwirtschaft)
Als erstes Parlament der Welt hat der Deutsche Bundestag 1999 eine Kommission eingerichtet, die sich systematisch mit den Fragen der Globalisierung beschäftigt, die Enquete-Kommission "Globalisierung der Weltwirtschaft - Herausforderungen und Antworten", (Bundestagsdrucksache 14/2350), Vorsitzender der Enquete-Kommission ist der Abgeordnete Ernst Ulrich von Weizsäcker (SPD), Stellvertreter ist der Abgeordnete Thomas Rachel (CDU). Der Abschlussbericht der Kommission wurde 2002 dem Parlament vorgelegt (Drucksache 14/9200).
Wenn heutzutage die "Globalisierung" kritisiert wird, dann kann das unterschiedliche Bedeutungen haben:
Die Globalisierungskritik von linken/sozialdemokratischen Gruppierungen wie z.B. ATTAC richtet sich gegen die "neoliberale Globalisierung". Gemeint ist v.a. die Öffnung der Märkte weltweit im Sinne des Neoliberalismus: Alle Waren und alle Dienstleistungen sollen demnach möglichst frei überall angeboten und gekauft werden können. Kritisiert wird dass diese Form der Globalisierung zu einer Zunahme der weltweiten Ungleichheit führt.
Die Globalisierungskritik von rechten/nationalistischen Gruppierungen wie z.B. der NPD richtet sich gegen die zunehmende Angleichung der Kulturen und gegen die abnehmende Bedeutung der Nationalstaaten. Die Vielfalt der Völker und Kulturen wird als ein positives Gut betrachtet, welches durch Globalisierung verloren zu gehen droht. Nationalisten wenden sich daher insbesondere gegen die im Zuge der Globalisierung erfolgende Völkerwanderung und Völkervermischung.
Siehe auch: Globalisierungsgegner, Globalisierungskritik
Globalisierung des Transports
Globalisierung der Kommunikationsprozesse
(siehe: Digitale Revolution)Globalisierung der Kultur
Globalisierung und internationale Politik
Kritik
Literatur
Weblinks