Glocke

Dieser Artikel befasst sich mit der klingenden Glocke. Weiteres siehe: Glocke (Begriffsklärung)

Glockenform schematisch
(Großes Bild)

 

Mit Glocke bezeichnet man meist ein selbsttönendes Musikinstrument (genauer Aufschlagidiophon) mit charakteristischer Haubenform (nach unten offene Halbkugel, die zunächst konkav und dann konvex gewölbt nach unten erweitert ist). Eine Glocke ist ein Rotationskörper, das heißt sie besitzt Rotationssymmetrie um ihre Mittelachse.

Table of contents
1 Vorkommen
2 Geschichte
3 Herstellung von Kirchenglocken
4 Klangverhalten
5 Glockengießereien
6 Glockenmuseen und -archiv
7 Berühmte Glocken
8 Literatur

Vorkommen


Poppenreuth bei Fürth,
Glocke von 1694
(4. Nov. 2003),
Großes Bild

Unter anderem ist sie in Form von Kirchenglocken weit verbreitet.

Sind mehrere Glocken zu einem Instrument verbunden, so spricht man von einem Glockenspiel.

Geschichte

Der Begriff wurde dem Altirischen entlehnt "clocc", svw. "Schelle, Glocke", da irische Mönche im 5. und 6. Jahrhundert n. Chr. die Glocken, zunächst eher Handschellen, in Europa verbreiteten.

Herstellung von Kirchenglocken

Kirchenglocken werden meist durch Giessen in eine Form hergestellt. Das verwendete Gussmaterial heisst Glockenspeise und ist meist eine Zinnbronze aus 76-80% Kupfer, 24-20% Zinn.

Klangverhalten

Das Klangverhalten von Glocken weist einige Besonderheiten auf.

Ein Kunstmerkmal des Glockengiessens besteht darin, die Tonhöhe vor dem Guss durch die Formgebung und die Legierung so festzulegen, dass ein Nachstimmen durch nachträgliches Schleifen nicht nötig ist.

Die charakteristische lebendige Geläutwirkung entsteht durch den akustischen Dopplereffekt, da durch das Schwingen der Glocke eine Relativbewegung zwischen Schallquelle und Ohr besteht. Das Anschlagen der Glocke erfolgt durch den frei schwingenden an einem Leder, am Glockenhelm angebrachten Klöppel.

Die Glocke hängt traditionell in einem Glockenstuhl aus Eichenholz, der die beim Schwingen auftretenden Krafte aufnehmen muss. Sie ist dort an ihrer Krone mit Eisenbändern am so genannten Joch (Hölzerne Tragachse) befestigt.

Die Belastung des Glockestuhls läßt sich durch das sog. Kröpfen verringern. Hierbei schwingt die Glocke nicht um ihre Krone, sondern um eine tiefergelegene Achse näher an ihrem Schwerpunkt. Dadurch wird jedoch der Dopplereffekt stark verringert und das Läuten wirkt weniger lebendig.

Feststehende Glocken, die durch eine Art Hammerschlag zum Klingen gebracht werden, heissen Schlagglocken und besitzen einen sterileren Klang.

Die Tonhöhe einer Glocke wird durch den Schlagton (die Prime) charakterisiert, z.B. c' + 7 . Die ergänzende Zahlenangabe bezieht sich auf sechzehntel Halbtonschritte über oder unter dem Nominalton, der seinerseits auf ein Stimm-"a" bei 435 Hz bezogen wird. Die Tonhöhe ist also bei e + 8 dieselbe wie bei f - 8. Der Schlagton ergibt sich im Ohr beim Anschlagen der Glocke über das Residuumhören, indem die vorhandenen Schallfrequenzen vom Ohr als Obertöne interpretiert werden und ist oft im Frequenzspektrumspektrum der Glocke nicht vorhanden.

Die von der Glocke ausgehenden Frequenzen werden in drei Gruppen unterteilt. Untertöne unterhalb des Schlagtons, ??? in der ersten Oktave oberhalb des Schlagtons und Mixturen für noch höhere Frequenzen.

Das Frequenzspektum der Glocke wird durch die Glockenrippe - die Form, und die Dicke des Glockenmantels - bestimmt. Hierbei ist die so genannte gotische Dreiklangrippe bis heute unübertroffen. Frühere Rippenprofile waren der Bienenkorb und der Zuckerhut. Neben der gotischen Dreiklangrippe fand auch die spätere französche Rippe eine grosse Verbreitung.

Glockengießereien

Glockenmuseen und -archiv

Das Deutsche Glockenarchiv ist seit 1966 ein Teil des Archivs für Bildende Kunst des Germanischen Nationalmuseums.

Berühmte Glocken

Literatur





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