Gnosis

Der Begriff Gnosis stammt aus dem Griechischen, und bedeutet so viel wie Wissen, Erkenntnis. Gnosis wird in der Regel im Zusammenhang mit religiösem Wissen benutzt, welches intuitiv zugänglich sei und keiner institutionellen Stütze bedürfe.

Gnostizismus hat daher eine Nähe zum Mystizismus. Er ist seinem Wesen nach dualistisch bis hin zur Annahme zweier einander widerstreitender Gottheiten, eines rein geistigen Liebesgottes und eines finsteren Schöpfers (Demiurg) der materiellen Welt. So soll verstehbar werden, warum die Welt nicht vollkommen ist. Das Problem liege bei dem individuellen Menschen, der sich des Göttlichen Funkens, der in jedem Menschen verborgen liege, nicht bewusst sei, vielmehr in der materiellen Welt verhaftet bleibe. Daher finde sich jeder Mensch in einer Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse, Licht und Dunkel, Geist und Körper.

Die ersten geschichtlichen Bezüge zum Gnostizismus finden sich im frühen Christentum, wobei man gleichzeitig Elemente der antiken griechischen Philosophie und babylonischer und ägyptischer Religionen findet. Auch Zusammenhänge mit dem etwa gleichzeitig in Nordindien entstandenen Mahayana-Buddhismus sind denkbar.

Für das Christentum bedeutete der Gnostizismus die Gefahr einer Abkehr von den alttestamentlich-jüdischen Wurzeln mit ihrer grundsätzlich positiven Sicht der Materie und des Leibes hin zu einer esoterischen und elitären Innerlichkeit.

Diese Auffassungen beinhalteten auch die Gedanken der Emanation und einem ausgeprägten Erlösungsglauben. Daher sah die Kirche gnostische Lehrer wie Marcion als Häretiker an und schloss sie aus.

Die Entdeckung der Nag Hammadi Handschriften (1945-46 in Ägypten) lieferte einen Einblick in die Welt der Gnosis. Das bekannteste darin erhaltene Werk ist das Thomasevangelium, im Wesentlichen eine Sammlung von Sprichworten.

siehe auch Spiritualismus (theologisch)

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