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aurum (lat.) = Gold
Gold kommt in der Natur als gediegenes Mineral vor. Es kristallisiert im kubischen System, hat eine Härte von 2,5 bis 3, eine goldgelbe Farbe und ebensolche Strichfarbe. Verunreinigungen von Kupfer lassen es rötlich erscheinen, Silber, Platin, Zink oder Nickel führen als Beimischungen dagegen zu einer eher weisslichen Farbe. Letzteres Element trägt auch zu einer erheblich grösseren Härte bei.
Da Gold ein relativ träges Element ist, behält es gewöhnlich seinen Glanz und ist daher in der Natur leicht zu erkennen. Es wird manchmal mit Quartz vergesellschaftet in Hydrothermaladern gefunden, zuweilen auch zusammen mit Kupfererzen.
Verwitterung und Erosion goldhaltiger Gesteine führen oft zur Ablagerung des relativ schweren Metalls am Boden abfließender Gewässer. Dies kann zu relativ ausgedehnten Lagerstätten führen, die grundsätzlich aus jedem geologischen Zeitalter stammen können.
Der Bestandteil an der Erdkruste ist mit ca. 0,01 ppm (entsprechend 0,000001 Prozent) extrem gering, aufgrund des exorbitanten Preises, der für echtes Gold gezahlt wird, lohnt sich die Ausbeutung jedoch schon bei relativ niedrigem Goldgehalt.
Die Vorkommen sind über die ganze Welt verstreut, circa 40 % des heute geförderten Goldes kommen aus den USA, Südafrika und Australien.
Bisher wurden ca. 2/3 der bekannten Goldvorräte ausgebeutet - dies entspricht einem Würfel mit ca. 18 Metern Seitenlänge.
Gold dient in Form von Goldmünzen als internationales Zahlungsmittel und wird von vielen Zentralbanken der Welt eingelagert, auch wenn heute die Stabilität einer Währung nicht mehr auf der Deckung durch Goldreserven beruht. Auch zur finanziellen Absicherung wird es bis heute in Form von Münzen oder Goldbarren gehandelt.
Eine natürliche Anwendung findet Gold darüberhinaus in der Schmuckindustrie, die es zu Ringen, Ketten, Armbändern und anderem Schmuck verarbeitet. Wegen seiner Korrosionsbeständigkeit wird es in der Zahnheilkunde als Füllmaterial fur kariöse Zähne eingesetzt. Schließlich setzt auch die Elektronikindustrie Gold ein.
Im Speisenbereich dient es in Form von Blattgold und Blattgoldflocken als Lebensmittelfarbstoff E 175 dem Vergolden von Speisen und Getränken.
Gold zählt zu den ersten Metallen, die von Menschen verarbeitet wurden. Dies liegt einerseits daran, dass Gold gediegen, also als Element in der Natur vorkommt und nicht erst aus Erzen chemisch isoliert werden muss.
Andererseits liegt der Schmelzpunkt vergleichsweise niedrig, zudem kann Gold aufgrund seiner Zähigkeit sehr gut mechanisch bearbeitet werden. Aufgrund seines Glanzes, der Korrosionsbeständigkeit und Seltenheit wurde es in vielen Kulturen vor allem für rituelle Gegenstände verwendet. Die Goldgewinnung begann vermutlich in der Kupferzeit.
Seit alters her war Gold in Europa, Asien und Afrika sehr begehrt. Die Fahrt der Argonauten zum Goldenen Vlies nach Kolchis stellt die wohl früheste dokumentierte weite Seefahrt der Griechen dar.
Das Alte Testament spricht vom Goldenen Kalb, das sich die Israeliten als Götzenbild herstellten, während Moses die Zehn Gebote empfing. Die Gier nach Gold wurde zum Grund für Kriege und Eroberungszüge.
Auch in Südamerika und Mesoamerika begannen die Menschen schon früh mit der Goldgewinnung und Goldverarbeitung. So verfügten beispielsweise die Mochica in Peru bereits Anfang des 1. Jahrtausends über eine hochentwickelte Kultur der Goldverarbeitung, die die Legierungsbildung (Tumbago und Vergoldung) einschloss. Für rituelle Zwecke wurden Gegenstände von mehreren Kilogramm Gold hergestellt.
Die ersten Goldfunde in Mittel- und Südamerika lockten nach den Fahrten von Christoph Kolumbus europäische, insbesondere spanische Eroberer an, die die indigenen Kulturen zerstörten und das Gold in Galeonen nach Europa schafften. Spanien wurde so vorübergehend zur reichsten Nation Europas.
Immer wieder lockten Goldfunde große Mengen an Abenteurern an. Im 19. Jahrhundert kam es auf verschiedenen Kontinenten zu Goldrausch genannten Massenbewegungen in die Fundgebiete grosser Goldmengen.
Beispiele sind der kalifornische Goldrausch im Jahre 1849 oder der Goldrausch 1897 am Klondike-River in Alaska. Auch in Australien und Südafrika kam es zum Goldrausch. Kaum einer der Goldsuchenden wurde jedoch durch bergmännischen Goldabbau oder Goldwäsche reich.
In den 1920er Jahren versuchte der Chemiker Fritz Haber Gold aus Meerwasser zu gewinnen. Die durchschnittliche Ausbeute war mit 0,004 mg Gold pro Tonne Meerwasser jedoch zu gering für eine wirtschaftliche Verwertung.
Siehe auch: Königswasser, GoldstandardEtymologie
ghel (indogermanisch) = glänzend, (gelb) schimmernd, blankGold als Mineral
Vorkommen
Verwendung
Geschichte