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Für die Zubereitung wird eine nicht zu kleine Pfanne oder ein Topf mit gut schließendem Deckel benötigt; die Pfadfinder verwenden einen Kessel, Militärs eine fahrbare Gulaschkanone, die oft für mehr als Hundert Portionen reicht.
Die magyarischen Reiter fanden ihre neue Heimat in der ungarischen Puszta, dem schier endlosen Grasland der ungarischen Tiefebene, das ihrer Steppenheimat in Mittelasien so ähnelte und zur extensiven Rinderzucht genutzt werden konnte. Traditionell bereiten sie ihre Mahlzeiten im Kessel über dem offenen Feuer.
Das magere, eher trockene Rinderfleisch eignet sich viel mehr zum Garen und Schmoren als zum Braten und Grillen.
Aus der Neuen Welt kam am Anfang der Neuzeit Paprika nach Europa. Wir erinnern uns: Kolumbus versprach eigentlich, Pfeffer nach Hause zu bringen.
Er brachte einen Ersatz nach Europa, der noch viel schärfer als Pfeffer war.
Kroatisch heißt Pfeffer (lat.: piper) auch Papar, die ungarischen Nachbarn (und Herren) nannten es fortan Paprika. Sie adoptierten diese scharfe, rote Beerenfrucht aus Übersee und würzten damit ihre Kessel-Eintöpfe.
Die Militärs, auch immer unterwegs, erkannten schnell die Vorzüge dieser Zubereitung und so sind die Gulaschkanone und die Gulaschsuppe zum Armeestandard erhoben worden.
Die Wandervogel-Bewegung, auch die vegetarische Fraktion, erkannte die gemütliche Seite der gemeinsamen Speisezubereitung am Lagerfeuer, Pfadfinder und die jungen Pioniere machten es nicht anders. Paprika in Pulverform, süß, scharf oder ganz scharf, ist zum allgemeinem Kulturgut in Europa anerkannt worden, für manche war auch ihre Farbe das Programm. Jedenfalls ist die intensive rote Speisefarbe, psychologisch getestet, als besonders appetitsteigernd anerkannt worden und in der Fertignahrung von heute erwünscht und wird leider immer öfter künstlich erzeugt.
East meets West: in dem magyarischen gulyás eine Hochzeit mit Folgen für die europäische Küchenkultur, eine Geschichte einmal mit Happy End. Das Gulasch (oder Goulasch, englisch: goulash, französisch goulache, italienisch gulasch) ist zum internationalem Gericht erhoben worden. Manchmal mutet man dem beliebten Magyáren aber doch zu viel zu. Das gulyás solle nicht nur irgendein "Wochenrückblick-Kühlschrank-Aufräum-Eintopf" werden. Doch das intensive Paprikarot, gepaart mit seiner alles überragenden Schärfe überdeckt erfolgreich optisch und geschmacklich, ach so gnädig, doch so manche Sünden der Köche.
Geschichte des Gulaschs oder: Erfolgreiche Hochzeit von Ost und West
Rezept - Was macht ein gutes Gulasch aus
... jedoch hauptsächlich: Paprika nie vergessen:-)