Hämorrhagisches Fieber

Hämorrhagische Fieber (gr. aima Blut, ragenai reissen, brechen) sind infektiöse Fiebererkrankungen, die mit Blutungen einhergehen. Sie werden meist verursacht durch Virusinfektionen, weshalb man auch von viralem hämorrhagischen Fieber (VHF) spricht.

Die Erreger hämorrhagischer Fieber sind in Mitteleuropa und Nordamerika nicht heimisch, sondern stammen meist aus Afrika, Südamerika oder Südostasien. Sie werden durch Reisende eingeschleppt, die sich im Ausland infiziert haben.

Table of contents
1 Übertragung
2 Symptome und Behandlung
3 Arten
4 Weblinks

Übertragung

Die Krankheitserreger stammen ursprünglich von Tieren (Haustieren, Nagetieren, Affen) und werden meist durch Stechmückenn und Zecken auf den Menschen übertragen. Lassa-Fieber wird auch durch Kontakt mit infiziertem Tierkot übertragen. Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit vergeht meist etwa eine Woche, die Inkubationszeit kann aber etwa bei Ebola zwischen 2 und 21 Tagen betragen. Während der Inkubationszeit werden sie nicht auf andere Menschen übertragen, sobald die Erkrankung aber ausbricht kann sie - je nach Art der Krankheit - durch Tröpfcheninfektion oder Blutkontakte selten bis sehr häufig auf andere Menschen übertragen werden.

Symptome und Behandlung

Zu den Symptomen gehört neben hohem Fieber (> 38,5°C), Leber- und Nierenfunktionsstörungen auch Ödeme. Diese Ödeme können sowohl als innere Blutungen auftreten, als auch als Blutungen im Gewebe (blaue Flecken), verursacht durch so genanntes capillary leckage Vielfach ist auch Stuhl und Urin blutig. Oft kann es zu Schockzuständen und Kreislaufzusammenbrüchen kommen, sowie zu Krämpfen und Lähmungserscheinungen. Viele virale hämorrhagische Fieber sind hoch ansteckend und enden tödlich.

Erfolgreiche medikamentöse Behandlungen gibt es bislang gegen die meisten hämorrhagischen Fieber kaum, nur gegen Gelbfieber existiert eine Impfung. Am hilfreichsten ist die Vorbeugung durch Insektenschutz.

Die meisten hämorrhagischen Fieber sind gefährlich bis lebensbedrohlich. Da sie zudem infektiös sind und Ansteckungsgefahr besteht, schreibt das Infektionsschutzgesetz (IfSG) eine generelle Meldepflicht bei diagnostizierten Erkrankungen oder Todesfällen durch virale hämorrhagische Fieber vor. Auch eine Quarantäne kann notwendig sein.

Arten

Hämorrhagische Fieber werden von Viren verursacht, die teilweise miteinander verwandt sind (siehe auch Viren (Klassifikation)). Dies sind u.a.:

Familie der Flaviviridae

Familie der Bunyaviridae Familie der Togaviridae Familie der Arenaviridae Familie der Filoviridae Man kann davon ausgehen, dass durch eine weiter zunehmende Erschließung auch unzugänglicher Bereiche der Erde weitere hämorrhagische Fieber entdeckt werden.

Die Erkennung dieser Krankheiten anhand der Symptome ist nicht eindeutig möglich, dazu muss eine genaue virologische Untersuchung gemacht werden, zu der nicht jede Klinik in der Lage ist. In Deutschland werden bei Verdacht auf hämorrhagisches Fieber die entsprechenden Untersuchungen vom Robert-Koch-Institut in Berlin oder vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg durchgeführt.

Weblinks