Harmonium

Das Harmonium ist ein Tasteninstrument, dessen Tonerzeugung mithilfe von Luft geschieht und dadurch mit der Orgel verwandt ist. Wie auch Akkordeons und Munkharmonikas werden beim Harmonium Metallblätter einer bestimmten Länge zum schwingen gebracht, wodurch dein Ton entsteht. Diese sogenannten Zungen sind freischwingend in einem Metallrahmen befestigt. Grob lassen sich zwei Funktionsweisen beim Harmonium unterscheiden: Druckwind und Saugwind.

Beim 'Druckwind-Harmonium'' wird Luft aus Blasebälgen in das Harmonium, genauer gesagt die Windlade hineingepumpt und entweicht wieder, wenn man Tonventile öffnet, über denen pro Ton ein oder mehrere Zungen liegen (je nach Anzahl der möglichen Klangfarben --> Register). Durch den in der Windlade entstandenen Überdruck strömt die Luft nach aussen, muss dabei an den Zungen vorbei und versetzt diese in Schwingung, was den Ton erzeugt.

Beim Saugwindharmonium ist die Sache exakt andersherum: mithilfe der Blasebälge wird Luft aus der Windlade herausgepumpt, also ein Unterdruck erzeugt. Öffnet man jetzt ein Tonventil, strömt Luft ein und versetzt dee Zungen wiederum in Schwingung.

Druck- und Saugwindharmonien sind sowohl vom Bau wie vom Klang sehr unterschiedlich, weltweit und anzahlmäßig durchgesetzt hat sich nur das Sauwindharmonium.

Im Gegensatz zur Orgel, hat ein Harmonium ein größeres Frequenzspektrum (d.h. mehr Nebentöne), wodurch ein weniger reiner, aber dadurch auch weicherer, angenehmerer Klang entsteht.

Die Erfindung des Harmoniums (bzw. engstens verwandter Vorläufer) geht bis in das frühe 19. Jahrhundert zurück, nahmhafte Orgelbauer wie Cavaillé-Coll waren beteiligt.

Eine Blüte erlebte das Instrument gegen Ende des 19 und beginn des 20. Jahrhundert, als es als "Heimorgel-Ersatz", Ersatz für Pfeifenorgeln in kleineren Kirchen, aber auch als veritables Konzertinstrument entdeckt wurde. Mit dem Aufkommen elektronischer Klangerzeugung und spätestens seit der Verbreitung der Synthesizer ist das Harmonium aus dem Musikleben faktisch verdrängt, erlebt aber derzeit (2004) zumindest in Fachkreisen eine gewisse Rennaissance.



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