Heilkunst

(ars medicina) Medizin - Die Heilkunst wird aus Sicht der Naturwissenschaften auch als Glaubensbekenntnis der Äskulapjünger bezeichnet. Sie umfasst einen Teil des Wissens- und Erfahrungsschatz von Jahrhunderten, Jahrtausenden der Menschheitsgeschichte der westlichen Welt. Für ihre Vertreter gelten strenge Standesregeln, die von Standesorganisationen überwacht und kontrolliert werden. Im Interesse des Patienten, aber auch als Eigennutz, hat sich die Heilkunst aus der Magie und Heilkunde zu einer empirisch begründeten Wissenschaft entwickelt. Neben dieser empirischen Wissenschaft, existieren in anderen Kulturkreisen eigene jahrtausendalte medizinische Grundlagen und Erfahrungen. Dazu zählen z.B. die Traditionelle Chinesische Medizin und die Indische Medizin Ayurveda.

Table of contents
1 Historie
2 Gesellschaftspolitische Bedeutung
3 Reformbereitschaft
4 Paradigmenwechsel

Historie

Schon im Altertum hatte der Schamane eine starke Persönlichkeit zu sein. Seine Kraft vertrieb die Dämonen und damit Krankheit und Schmerz. In der Tat ist historisch die Unfehlbarkeit des Arztes die Voraussetzung für seine elitäre Position als Beschützer vor Krankheit und Tod . Häufiger Wechsel aber in Theorie und Therapie würde lediglich den Glauben des Patienten an die Wirksamkeit erschüttern. Solange es sich um eine Erweiterung ihrer Hypothesen handelt, kann sich jeher die Heilkunst auch einen Irrtum eingestehen( ärztliche Kunstfehler ). Sobald jedoch Theorien und Therapien angezweifelt werden, die über Leben und Tod der Patienten entscheiden, ist ein neuralgischer Punkt getroffen. Wer diesem Berufsstand angehört, hat sich dem Reglement zu fügen. Das heißt, wer sich den autoritär-hierarchischen Ordnungen nicht anpasst, ist bald ein Außenseiter.[[1]

Gesellschaftspolitische Bedeutung

Mehr als 2/3 (je nach Studie)der Bevölkerung in Deutschland halten den Stand der Ärzte für die angesehenste Berufsgruppe. Und wirklich ist das hohe Ansehen der Ärzteschaft ihr Hauptkapital, das es konsequent zu bewahren gilt. Ein Patient kann zu einem Arzt nur dann Vertrauen haben, wenn er sicher ist, dass er richtig behandelt wird. Änderte der Arzt häufig Theorien und Therapien, dann wäre das nicht anders, als wenn ein Geistlicher vor seiner Gemeinde heute den Shintoismus , morgen den Buddhismus und gestern den Katholizismus als alleinseligmachende Religion verkündete. Man könnte ihm nicht trauen, sich ihm nicht anvertrauen.

Reformbereitschaft

Kontinuität in Lehre und Therapie ist für die empirische Wissenschaft der universitären Heilkunst unerlässlich. Erdbeben in der Entdeckung, Forschung und Entwicklung müssen in viele kleine Beben aufgelöst werden, so dass zwischen Arzt und Patient keine Irritationen auftreten. Das Verfahren ist in der Heilkunst denn auch keineswegs neu: Der Pionier muss mitsamt seinen Kritikern möglichst wegsterben, die Übergänge werden fließend gehalten, siehe Ignaz Semmelweis

Paradigmenwechsel

Medizinern war es in der Vergangenheit nicht nachweisbar, dass die Heilkunst eine Naturwissenschaft sei. An der historischen Universität Trnava (Universitätsstadt der päpstlichen Gegenreformation) wurde erstmals offiziell eine medizinische Verifikation vorgenommen. Das heißt die Heilkunst wird seither als Naturwissenschaft wahrgenommen.

Internet:

www.uni-leipzig.de/journal/heft199/s26.htm www.pilhar.com/ www.drsievert.de/medizinische-ethik.html



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