Heinrich IV. (England)

Heinrich IV. (* 3. April 1367 in Lincolnshire; † 20. März 1413 in London) wurde im Bolingbroke Castle in Lincolnshire geboren, darum war einer der Namen, unter denen er bekannt war auch „Heinrich Bolingbroke“. Sein Vater, John of Gaunt war der dritte überlebende Sohn von König Eduard III von England. Nachdem er seinen Cousin Richard II in einigen früheren Schwierigkeiten unterstützt hatte, wurde Bolingbroke 1398 ins Exil geschickt und enterbt. Im darauffolgenden Jahr kehrte er zurück, setzte Richard ab und nahm den Thron in Besitz. {| align="left" | align="center" |
Heinrich IV.\r |}

1380 heiratete Heinrich Maria de Bohun, mit der er zwei Töchter und fünf Söhne hatte, einer wurde der spätere König Heinrich V (* 9. August 1387 - † 31. April 1421). Eine ihrer Töchter, Philippa (* 4. Juli 1394 - † 5. Januar 1430), heiratete 1406 Erich von Pommern, König von Dänemark, Norwegen und Schweden. Die andere Blanche (* April 1382 - † 21. Mai 1409) heiratete Ludwig III. von der Pfalz. Der älteste Sohn Eduard (* April 1382) starb früh. Der dritte Sohn, Thomas (* 29. August 1388 - † 22. März 1422) war Herzog von Clarence. Johann (* 20. Juni 1389 - † 14. September 1435) war Herzog von Lancaster, Bedford, Kendal und Richmond. Der jüngste Sohn Humphrey (* 3. Oktober 1390 - † 23. Februar 1446) war Herzog von Gloucester. Maria starb am 4. Juli 1394 und 1403 heiratete Heinrich Johanna von Navarra, die Tochter von Karl II. von Navarra. Sie war die Witwe von Johan IV. von Brittany, dem sie vier Töchter und vier Söhne gebar, aber sie und Heinrich bekamen keine Kinder.

Heinrichs Herrschaft war von vielen Rebellionen gekennzeichnet, eingeschlossen die Revolte von Owen Glendower, der sich selbst 1400 zum Prinzen von Wales ernannte und der Rebellion von Henry Percy, Herzog von Northumberland. Der Erfolg des Königs in der Niederschlagung dieser Rebellionen ist zum Teil auch den militärischen Fähigkeiten seines ältesten Sohnes Heinrich zu verdanken, dem später König Heinrich V wurde.

1406 nahmen englische Soldaten den späteren Jakob I von Schottland gefangen, der auf der Reise nach Frankreich war. Jakob blieb Gefangener bis zum Ende von Heinrichs Herrschaft.

Heinrich IV. wurde von verschiedenen Krankheiten heimgesucht, unter anderem auch Epilepsie. 1413 starb er im Jerusalemzimmer im Haus des Abtes von Westminster an einer Hautkrankheit, die wohl Lepra war und wurde in der Kathedrale von Canterbury begraben. Eine Exhumierung einige Jahrhunderte später brachte zum Vorschein, dass sein Körper wohl hervorragend einbalsamiert worden war.

{| border="1" cellpadding="10" | width="30%" align="center" | Vorgänger:
Richard II | width="40%" align="center" | England (Liste der Herrscher) | width="30%" align="center" | Nachfolger:
Heinrich V |}

Das zweiteilige Drama König Heinrich der Vierte ist William Shakespeares Darstellung über das Lebensende dieses Königs.



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