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2 Werk 3 Referenzen 4 Weblinks |
Nach einer unzureichenden Ausbildung trat Kleist 1792 in das Potsdamer
Garderegiment ein, diente im Rheinfeldzug und quittierte 1799 mit dem Rang
eines Leutnants seinen Dienst. Danach studierte er
Rechtswissenschaft und Philosophie an der
Universität von Frankfurt an der Oder und erhielt 1800 einen
untergeordneten Posten im Finanzministerium in Berlin. Im folgenden Jahr
gewann sein ausschweifender, ruheloser Charakter die Oberhand ("Kant-Krise"),
so dass er sich einen längeren Urlaub verschaffte, um Paris zu besuchen
und sich schließlich in der Schweiz niederzulassen. Hier fand er kongeniale
Freunde in Heinrich Zschokke und Ludwig Friedrich August Wieland
(† 1819), dem Sohn des Dichters Christoph Martin Wieland; ihnen las
er 1803 sein erstes Drama Die Familie Schroffenstein vor, eine
düstere Tragödie, die ursprünglich den Titel Die Familie Ghonorez
trug.
Im Herbst 1802 kehrte Kleist nach Deutschland zurück; er besuchte Goethe,
Schiller and Wieland in Weimar, blieb für eine Weile in Leipzig und
Dresden und begab sich wiederum nach Paris. Als er 1804 auf seinen
Posten in Berlin zurückkehrte, wurde er zur Domänenkammer (Verwaltung der
Staatsgüter) nach Königsberg versetzt. 1806 schied er aus
Gesundheitsgründen wieder aus dem Staatsdienst aus. Auf einer Reise nach
Dresden 1807 wurde Kleist als angeblicher französischer Spion verhaftet,
nach Frankreich gebracht und sechs Monate lang in Châlons-sur-Marne
gefangengehalten. Nach seiner Freilassung begab er sich nach Dresden, wo er
1808 zusammen mit Adam Heinrich Müller (1779-1829) das Journal "Phöbus"
veröffentlichte.
1809 ging er nach Prag und plante eine Zeitschrift mit dem Namen
"Germania". Er erkrankte jedoch wieder und ließ sich endgültig in Berlin
nieder, wo er 1810/1811 die Berliner Abendblätter herausgab. Gefesselt
von den intellektuellen und musikalischen Talenten einer gewissen Henriette
Vogel willigte Kleist in ihre Bitte ein, zusammen zu sterben, da er mehr
entmutigt und verbittert als je zuvor war. 1811 erschoss er zuerst sie
und dann sich selbst am Ufer des Kleinen Wannsees nahe
Potsdam.
Kleists letzte Wohnung in Berlin war in der Mauerstraße 53 (Gedenktafel);
am Kleinen Wannsee steht der Grabstein. In seinem letzten Brief an seine
Schwester Ulrike schrieb er:
Kleists ganzes Leben war erfüllt vom ruhelosen Streben nach idealem und
trügerischem Glück, und dies spiegelt sich in seinem Werk wieder. Er war bei
weitem der wichtigste norddeutsche Dramatiker der romantischen
Bewegung, und kein anderer Romantiker erreicht ihn in der Energie, mit der er
patriotische Empörung ausdrückt.
Seine erste Tragödie Die Familie Schroffenstein wurde bereits erwähnt;
das Material für seine zweite, Penthesilea 1808, Königin der Amazonen,
ist einer griechischen Quelle entnommen und stellt ein Bild wilder
Leidenschaft dar. Erfolgreicher als diese beiden war sein romantisches
Schauspiel Das Käthchen von Heilbronn, oder Die Feuerprobe 1808, ein
poetisches Drama voll von mittelalterlichem Treiben und Rätseln, das seine
Popularität bewahrt hat.
Im Komödienfach machte sich Kleist einen Namen mit
Der zerbrochne Krug (1811), während Amphitryon (1808), eine
Adaption von Molières Komödie, von minderer Bedeutung ist. Von Kleists
anderen Dramen ist Die Hermannschlacht (1809) eine dramatische
Behandlung eines historischen Themas und ist voll von Referenzen auf die
politischen Bedingungen seiner Zeit. In ihm macht er seinem Hass auf die
Unterdrücker seines Landes Luft. Zusammen mit dem Drama
Prinz Friedrich von Homburg, das zu seinen besten Werken zählt,
wurde es erstmals 1821 von Ludwig Tieck in Kleists
Hinterlassene Schriften veröffentlicht. Robert Guiskard, ein
in großem Maßstab erdachtes Drama, blieb Fragment.
Kleist war auch ein Meister in der Kunst der Erzählung, und von seinen
Gesammelte Erzählungen (1810-1811) ist Michael Kohlhaas eine der
besten deutschsprachigen Erzählungen seiner Zeit. Darin wird dem berühmten
Brandenburger Pferdehändler Kohlhase aus Luthers Tagen ein Denkmal
gesetzt. Er schrieb auch einige patriotische Gedichte.
Leben
„Du hast an mir getan, ich sage nicht, was in Kräften einer
Schwester, sondern was in Kräften eines Menschen stand, um mich zu retten: die
Wahrheit ist, dass mir auf Erden nicht zu helfen war.“
Werk
Referenzen
Weblinks