Hélène Dutrieu

Helene Dutrieu (*10. Juli 1877 in Tournai, Belgien; † 27. Juni 1961 in Paris), genannt Das Falkenmädchen, war eine belgische Pilotin.

Leben

Hélène Dutrieu war die Tocher eines belgischen Armeeoffiziers. Ihre Karriere begann sie als Kunstradfahrerin. Bald entdeckte sie ihre Liebe zur Fliegerei. 1908 flog sie zum ersten Mal (ohne Flugstunden) eine Santos-Dumont vom Typ Demoiselle - und machte einen Bruch. Anschliessend beschloss sie, das Fliegen richtig zu lernen und kurz nach Raymonde de Laroche in Frankreich erwarb sie 1910 den Pilotenschein des Aéro Club de Belgique. Im September desselben Jahres erregte sie durch einen 45km Nonstop-Flug von Ostende nach Brügge die Aufmerksamkeit des Publikums.

Bei einem Wettflug 1911 in Florenz gewann sie - als einzige weibliche Teilnehmerin des Rennens - den begehrten Pokal des italienischen Königs. Im Herbst dieses Jahres nahm sie am Nassau-Boulevard Flugtag in den USA teil, wo sie im Dauer-Wettflug einen Preis gewann. Am 31. Dezember stellte sie in 2 Stunden 58 Minuten einen neuen Streckenweltrekord für Frauen auf (254km). In den Jahren 1910 und 1911 gewann sie ausserdem den Coupe Femina.

Für ihre fliegerischen Leistungen wurde sie 1913 zum Ritter der Französischen Ehrenlegion ernannt.

Als eine der wenigen Frauen war Hélène Dutrieu im 1. Weltkrieg im Einsatz: Als Mitglied der Pariser Luftwache schützte sie die Hauptstadt vor Angriffen der Deutschen Flugzeuge und Zeppeline.

Nach dem Krieg wurde sie Ambulanzfahrerin. Im 2. Weltkrieg leitete sie ein Militärhospital.

1922 heiratete sie einen Franzosen und nahm die französische Staatsbürgerschaft an.

Hélène Dutrieu starb 1961 84jährig.

Fliegerische Leistungen