Helgoland

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Helgoland (auf friesisch Lun), Deutschlands einzige Hochseeinsel, liegt in der Nordsee. Die Hauptinsel bildet zusammen mit der benachbarten "Düne" eine politische Gemeinde im Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein.

Table of contents
1 Geschichte
2 Geografie
3 Sehenswürdigkeiten
4 Wirtschaft
5 Politik
6 Sprachen

Geschichte

Die erste Kunde von Helgoland stammt aus der Heiligenlegende des Willibrord, der zwischen 690 und 714 versuchte, die Helgoländer Friesen zu missionieren, jedoch vergeblich. Die Christianisierung gelang erst 100 Jahre später durch Luidger, Helgoland wurde früher als die angrenzenden Regionen missioniert. Ausführlichere Kunde vom frühmittelalterlichen Helgoland gibt Adam von Bremen in seiner res gestae aus dem Jahre 1076. Vgl. Albert Panten, Helgoland im Mittelalter, Helgoland 2002
Im Mittelalter wurde Klaus Störtebecker bei Helgoland gefangen. Dass er die Insel je betreten hat, ist nicht belegt. Bis 1814 gehörte die Insel dann zu Dänemark, bevor sie von Großbritannien erobert wurde (siehe Geschichte Dänemarks). Helgoland wurde 1826 Seebad. Es kamen viele Schriftsteller und Intellektuelle auf die Insel. Die Schriftsteller des Jungen Deutschlands waren beinahe alle dort. Ihr Verleger Campe machte regelmäßig auf der Insel Sommerurlaub. Heinrich Heine rühmte die Insel, wichtig war auch Ludolf Wienbargs Helgolandbuch. Auch Hoffmann von Fallersleben verbrachte hier seinen Urlaub und dichtete nach einem frohen Männerabend das Deutschlandlied. In der Handschrift ist noch eine Variante der letzten Zeile der 3. Strophe überliefert: Stoßet an und ruft einstimmig: Hoch das deutsche Vaterland! Höhepunkt der Popularität der Insel waren die fünziger Jahre des 19. Jahrhunderts. Ursprünglich wurde die Insel als Ziel für eine Südseereise des einfachen Forschers gedeutet. Bald kamen aber auch rassistische Gedanken auf. Aus den Helgoländer guten Menschen wurden langsam die urdeutschen Friesen. Aus dieser Zeit stammen Phantasien über die Bedeutung Helgolands in einer germanischen Urgeschichte, die 1930 ihren Höhepunkt in der Gleichsetzung Helgolands mit einem arischen Atlantis hatten. Helgoland ging 1890 im Sansibar-Vertrag von Großbritannien an das Deutsche Reich über, wofür Großbritannien die bis dahin vor der Küste Deutsch-Ostafrikas liegende Insel Sansibar erhielt, bzw. das Deutsche Reich verzichtete selbst auf seine Ansprüche auf das Sultanat Sansibar und auf andere Rechte in Ostafrika (Witu-Land). Kaiser Wilhelm II ließ Helgoland, das ganz nahe der Mündung zu dem damals neuerstellten, wirtschaftlich und strategisch wichtigen Kaiser-Wilhelm-Kanal liegt, zu einem Marinestützpunkt ausbauen. Diese militärische Funktion hatte die Festung Helgoland auch im 2. Weltkrieg.

1945 befahl nach einem verheerenden Bombardement der Engländer das deutsche Militär den Einwohnern Helgolands, die Insel zu verlassen. Es folgte der erfolglose Versuch der Engländer, die Insel zu sprengen (18. April 1947). Schließlich blieb Helgoland militärisches Sperrgebiet und Übungsgelände für die Bomber der britischen Luftwaffe, bis der Bevölkerung Helgolands 1952 erlaubt wurde, wieder auf ihre Insel zurückzukehren. Seitdem blüht dort der Tourismus und Kurbetrieb.

Geografie

Helgoland ist eine kleine Hochseeinsel, die im Süden einen kleinen Strand besitzt, im Norden und Westen aber in steilen Klippen gut 50 Meter zum Meer hin abfällt. Im Osten liegt die so genannte Badeinsel "Düne", eine flache "Strandinsel", die früher mal mit Helgoland verbunden war.

Sehenswürdigkeiten

Lange Anna, Lummenfelsen

Wirtschaft

Helgoland lebt größtenteils von Einnahmen aus dem Tourismus, daneben gibt Handwerksbetriebe und seit über 100 Jahre eine Forschungseinrichtung: Die Biologische Anstalt Helgoland]. Es bestehen verschiedene Fährverbindungen zum Festland und zu anderen Inseln, so z.B. nach Bremerhaven, Cuxhaven, Büsum oder nach Wilhelmshaven.

Politik

Die Insel Helgoland bildet eine Gemeinde im Kreis Pinneberg (Schleswig-Holstein).

Sprachen

Neben Hochdeutsch werden auch Plattdeutsch und Friesisch gesprochen. Das zum Nordfriesischen gehörende Helgoländisch (Hallunder) zählt jedoch nur noch wenige Sprecher.

Siehe auch: Deutsche Inseln





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