|
|
Historisch bezieht sich Holocaust in erster Linie auf die Verfolgung, Ghettoisierung und systematische Ausrottung von mehr als sechs Millionen europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland.
Zum Gesamtkomplex des Holocaust wird aber allgemein auch die Vernichtung anderer Menschengruppen, die von den Nazis als "unerwünscht" oder "minderwertig" bezeichnet wurden, gerechnet. Neben den Juden wurden so auch bis zu einer halben Million Sinti und Roma und mindestens 250.000 geistig oder körperlich Behinderte (siehe auch Euthanasie-Programm) ermordet. Politisch Missliebige, wie z.B Kommunisten, Gewerkschaftler, Zeugen Jehovas, nicht gleichgeschaltete Christen, Mitglieder der bündischen Jugend oder Homosexuelle wurden ebenfalls in den Konzentrationslagern umgebracht. Ebenfalls zum Vernichtungsprogramm der Nazis gehörte die Hinrichtung von drei Millionen russische Kriegsgefangene. Dazu starben mehr als zwei Millionen Osteuropäer in der Zwangsarbeit. Über die Vernichtung der europäischen Juden hinaus hatten die Nazis im Generalplan Ost ein weitreichendes Vernichtungs- und Bevölkerungsverschiebungsprogramm ausgearbeitet. Nach diesem Plan sollten weitere als "minderwertig" bezeichnete Rassen (vor allem slawische Völker) langsam, aber kostengünstig durch Verbannung nach Sibirien ausgerottet werden.
Auf der am 20. Januar 1942 abgehaltenen Wannseekonferenz planten hochrangige Vertreter der NS-Diktatur die Durchführung der Deportation und Ermordung der europäischen Juden ("Endlösung der Judenfrage").
Alleine im KZ Auschwitz-Birkenau wurden über eine Million Menschen umgebracht
Der Holocaust wurde von der Mehrheit des deutschen Volkes geduldet, unterstützt oder (aus Angst, Gleichgültigkeit oder Unwissenheit) ignoriert.
Yad Vashem ist die bedeutendste Gedenkstätte für den Holocaust und befindet sich in Jerusalem, Israel. Die Institution umfasst verschiedene Abteilungen: Museum, Dokumentationszentrum, wichtige Denkmäler und Skulpturen, Archiv, Bibliothek und weitere.
| Table of contents |
|
2 Holocaust-Leugner 3 Weblinks |
Im engeren Sinne leitet sich der Begriff aus der Bibel her:
Die Begriffe Holocaust und Shoa
Da diese zweideutige Anwendung des Begriffes mittlerweile problematisch geworden ist, bürgert sich das Wort "Shoa" (השואה) ein und löst die Bezeichnung "Holocaust" ab. Shoah ist außerdem der Titel eines 1985 veröffentlichenten neunstündigen Dokumentarfilms von Claude Lanzmann - ein Film, der von Kritikern als "narrative Chronik des Holocaust" bezeichnet wird.
Der Film besteht im Gegensatz zu den meisten historischen Dokumentarfilmen über den Holocaust nicht auf Nachstellungen oder historischen Photos, statt dessen besteht er aus Interviews mit Betroffenen und Shoa-Überlebenden und besucht die verschiedenen Plätze, Lager und Lokalitäten.
Durch die amerikanische Fernsehserie "Holocaust" ist die Bezeichnung "Holocaust" auch in Deutschland für die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden zum Begriff geworden.
Eine nicht zu unterschätzende Zahl von selbst ernannten Revisionisten versuchen die Geschichte des Holocaust als große Lüge ("Auschwitzlüge") zu brandmarken und auf diese Weise den Nationalsozialismus von den durch ihn begangenen Greueltaten reinzuwaschen.
Siehe auch: Antisemitismus, Rassismus
Holocaust-Leugner
Weblinks