Humanpsychologie
Humanpsychologie ( =Hymanistische Psychologie), eine psychologische richtung- weniger eine einheitliche Richtung als eine Strömung oder Sammlung verschiedener Ansätze(vgl. Wertheimer 1978)-die sich in Abgrenzun von der Psychoanalyse einerseits und vom Behavoirismus anderseits als "Dritte Kraft"(Third force)konstituirt hat, ohne gegenwärtig mehr als einen Außenseiterstatus erlangen zu können.Wichtige Vertreter: Abraham H. Maslow, Erich Fromm, Charlotte Bühler und Carl R.Rogers.Folgendes sind die zentrale Bestimmungsmomenten: (a) Die humanistische Psychologie bezieht sich auf Grundideen ges Humanismus und betont die Ganzheitlichkeit der menschlicher Psyche, die nur durch ein organistisches Model adäquat abgebildet werden könne. (b) Die humanistische Psychologie postuliert eine positive Grundtendenz des Menschen zu Gesundheit und zu Wachstum: Selbstaktualisierung (self actualization) bzw. Selbstverwirklichung .Wichtig und auch in der akademischen Psychologie rezipiert wurde das Konzept- Paar Defizit- vs. Wachstumsmotivation (Maslow 1955): Erstes bezeichnet alle Strebungen, die vorwiegend der Beseitigung eines Mangelzustandes dienen, Letzteres bezeichnet die menschliche Tendenz, aus einem liebenden und kreativen Geist heraus produktiv Dingen zu erschaffen, eine Motivation, die also nicht der Vermeidung von Unlust dient. (c) Sehr bekannt und in viele Bereichen der Psychologie rezipiert wurde die sog. Maslowsche Bedürfnispyramide, die davon ausgeht, dass es eine hierarchische Ordnung von Bedürfnissen gibt: physiologische Bedürfnisse, Sicherheitsbedürfnisse, Liebesbedürfnisse, Geltungsbedürfnisse, Selbstaktualisierung; zwischen diesen Motivationsebenen besteht eine hierarchische Ordnung derart, dass die Erfüllung der niederen Voraussetzung für die Ausbildung der höheren Strebungen ist, welche diese niederen nach und nach ablösen. Erst Selbstaktualisierung ist nach Maslow eine Wachstumsmotivation. (d) Insbesondere von Maslow wird im Konzept des Gipfelerlebnisses (peakexperience) die Fähigkeit des Menschen hervorgehoben, ein tiefes Glück bei selbst Verwirklichungs- Aktivitäten zu empfinden, das in quasi- mystische Art und Weise die Lust durch Triebbefriedigung übersteigt. (e) Vor diesem Hintergrund stellt die humanistische Psychologie an die herkömmliche Psychologie die Forderung, sich nicht länger mit den pathologischen Seiten des Menschen zu befassen und nicht länger nur eine „Krüppelpsychologie“ zu produzieren. (f) Auf methodologischen Gebiet wird eine den Reduktionismus und die Objektivität übertreibende Methodik – wie sich in der Sicht der human Psychologie der akademischen Psychologie zu eigen ist – zurückgewissen. Betont wird auch, dass selbst innerhalb einer objektiven Wissenschaft moralischen Kategorien werden sollen und können. (g) Die humanistische Psychologie beruft sich auf die Existenzphilosophie ( Kierkegaard, Heidegger, Buber, Jaspers, Sartre u.a.) und die Phänomenologie ( Husserl, Merlau-Ponty u.a.) und übernimmt damit auch Hauptthemen: Angst und Freiheit als zwei Seiten der Geworfenheit menschlicher Existenz, Wahl und Entscheidung, Verantwortlichkeit , Gegenwärtigkeit, allgemein das in- der- Welt- sein als existentielles Merkmal des Menschen. (h) Die Gesprächs- und Gestalttherapie und auch themenzentrierte Interaktion sind Therapien im Geist der humanistischer Psychologie und habe maßgeblich zu ihrer Verbreitung beigetragen; (vgl. z.B. Rogers, 1951, 1973, 1981, Tausch, 1979, ); zu den humanistischen Aspekten der Psychoanalyse (vgl. Sugarman, 1977 ). (i) Die humanistische Psychologie hat auch östliche Traditionen wie Yoga, Meditation und Zen rezipiert ( vgl. Fromm,1974, Suzuki, 1976).
Quelle: „Lexikon der Psychologie“, Thomas Städtler, Körner ver.1998
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