Illyrer

Illyrer ist ein Sammelname für indoeuropäische Völker am Ostufer der Adria. Sie besiedelten ein Gebiet das von Ostösterreich über Serbien und Albanien bis nach Nordgriechenland reichte. Die Illyrer gelten als die Träger der Hallstattkultur. Im Gebiet des heutigen Österreich wurden sie jedoch schon gegen 500 v. Chr von den Kelten verdrängt.

Seit dem 5. Jahrhundert v. Chr kamen die Händler der griechischen Städte mit Illyrern in Kontakt, die als Piraten sehr gefürchtet waren. Deren politische Zentren waren in der Nähe der heutigen Städte Durres und Skutari. 228 v. Chr kamen sie in die Abhängigkeit Roms und wurden unter Caesar dem Reich angegliedert. Mit dem Erreichen der Donaugrenze unter Augustus wurden die Provinzen Dalmatia und Pannonia geschaffen. Nach einem Aufstand 9 v. Chr setzte eine intensive Romanisierung ein. Die Armee des spätrömischen Reiches bestand zu grossen Teilen aus diesen romanisierten Illyrern. Mehrere römische Kaiser waren Illyrer, z.B. Claudius II. Gothicus, Aurelian, Probus, Diokletian und Constantin.

Nach dem Einfall der Slawen ging die illyrische Vorbevölkerung, wie auch die Thraker, im Laufe weniger Jahrhunderte in den Südslawen auf.

Von ihrer Sprache, die somit schon zur Zeitwende ausgestorben ist, kennt man nur Orts- und Personennamen. Für die zeitweilig vorgebrachte Vermutung, sie lebe im Albanischen weiter, gibt es keinen Beweis.

Gerade durch ihren halb legendenhaften Charakter eignen sich die Illyrer gut als Anknüpfungspunkt für nationale Identitätsstiftung, etwa unter den Südslawen im 19. Jahrhundert oder im heutigen Albanien und gelegentlich auch in Österreich.

Siehe auch: Illyrien, Veneter, Seevölker

Literatur

"Die Illyrer" von Hansjörg Frommer, ISBN 3-88190-100-0




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