Improvisationstheater (oft auch kurz Improtheater) ist eine Form des Theaters, bei dem das Stück improvisiert wird, d.h. es wird zuvor nicht einstudiert. In der Regel bekommen die Schauspieler ein Thema aus dem Publikum.
"Erfunden" wurde das Improvisationstheater vom Briten Keith Johnstone in der Mitte des 20. Jahrhunderts, welcher allerdings dafür nach Kanada auswandern musste, da die Zensur in Großbritannien verlangte, dass Theaterstücke vor der Aufführung überprüft werden müssen. Heutzutage gibt es aber auch dort Improtheater. Zurückgeführt werden muss diese Theaterform allerdings auf das Stegreiftheater, das Jakob Levy Moreno mit psychotherapeutischen Zielsetzungen Anfang des 20. Jahrhunders zunächst in Wien und später in den USA zum psychodramatischen Rollenspiel weiterentwickelte.
Formen des Improtheater
- Theatersport: Beim Theatersport treten zwei Mannschaften in verschiedenen Disziplinen gegeneinander an, die versuchen durch besonders gute Szenen die Gunst des Publikums zu erlangen.
- Harold: Impressionen über ein Thema, oft auch mit autobiographischen Elementen der Schauspieler
- Krimi: Ein Krimi, bei dem ein Mord geschieht. Die auftretenden Charaktere werden dabei von den Zuschauern bestimmt. Nach dem Mord darf das Publikum entscheiden, wer der Mörder war.
- Improvisation mit Regisseur: Ein längeres Theaterstück, bei dem ein Regisseur eingreifen kann.
- Impro-Soap: Eine improvisierte Soap-Opera
- Biographietheater: Ein geladener Gast erzählt aus seinem Leben. Diese Geschichte wird gleichzeitig improvisiert.
(Die Begriffe "Theatersport" und "Harold" wurden von Keith Johnstone rechtlich geschützt und dürfen nur mit dessen Genehmigung (die an einige Auflagen gebunden ist) für Auftritte verwendet werden.)