Durch vergleichende Sprachforschung entdeckte man Ende des 18. Jahrhunderts, dass sehr viele Sprachen in Europa und dem vorderen Orient von einer gemeinsamen Ursprache abstammen (Indoeuropäische_Sprachen). Diese Sprache konnte mit rein sprachlichen Forschungen teilweise rekonstruiert werden. Durch Untersuchung der in der Sprache vorkommenden Pflanzen und Tiere versucht man, die Urheimat ihrer Träger, der Indogermanen, zu ermitteln. Die Ergebnisse sind umstritten, man favorisiert jedoch die untere Wolga. Sicher weiss man durch diese sprachlichen Untersuchungen jedenfalls, dass die Indogermanen in erster Linie Hirten waren, aber den Pflug kannten, dass sie das Pferd als Reittier nutzten, und dass sie nicht am Meer lebten.
Der häufigsten These zufolge lebten die Indogermanen im 4. vorchristlichen Jahrtausend als kriegerisches Hirtenvolk in Südrussland, viele Archäologen identifizieren sie mit dem Kurganvolk. Sie zogen nach Klimaverschlechterungen in ihrer Heimat ab 2500 v. Chr. in mehreren Schüben west- und südwärts.
Diese wandernden Völker aus dem Osten sind vielleicht identisch mit den Streitaxtleuten und Schnurkeramikern.
Auf diesen Wanderungen erreichten Sie u.a. auch Mitteleuropa und vermischten sich mit den dort ansässigen Menschen (Bandkeramiker, Megalithkultur). Aus der Vermischung von Indogermanen und nicht-indogermanischer Urbevölkerung sowie durch isolationsbedingte Auseinanderentwicklung erklären sich die verschiedenen indogermanischen Volks- und Sprachgruppen, wie die Kelten, Germanen, Slawen, Romanen, Griechen, Iranier, Inder, Balten, Armenier, Hethiter, Thraker u.a.
Siehe auch: Arier, Indoiraner, Indoeuropäische Sprachen, Wiege Europas
Literatur
- "Die Indoeuropäer" von Reinhard Schmoeckel, ISBN 3-404-64162-0
- "Das Ende Alteuropas. Der Einfall von Steppennomaden aus Südrussland und die Indogermanisierung Mitteleuropas" von Marija Gimbutas, in "Archeolingua", series minor 6. Budapest 1994