|
|
Ziel des ICBN ist es, jeder biologischen Art einen eindeutigen Namen zu geben. Durch die Eindeutigkeit wird die Kommunikation zwischen Wissenschaftlern verbessert. Aus Artnamen werden dann durch weiterer Regeln Bezeichnungen höherer Ränge (Gattung, Familie, ...) konstruiert, in denen Pflanzen gemeinsamer Merkmale und Abstammung (Phylogenie) hierarchisch zusammengefasst sind.
| Table of contents |
|
2 Höhere Ränge 3 Ausnahmeregeln |
Botanische Artnamen bestehen immer aus zwei Wörtern (binäre Nomenklatur),
die im Text kursiv gedruckt oder unterstrichen sind.
Das erste Wort bezeichnet die Gattung, zu der die Art gehört.
Die Weißtanne (Abies alba) gehört somit zur Gattung Abies (Tanne).
Das zweite Wort (alba) wird als Art-Epitheton bezeichnet.
Es dient dazu, die Art innerhalb der Gattung zu bezeichnen.
Beide Wörter sollten aus dem lateinischen oder
griechischen stammen, oder in latinisierter Form
benutzt werden.
Die Gattung wird immer großgeschrieben, das Art-Epitheton sollte immer klein
geschrieben werden.
Der gültige Name einer biologischen Art beruht immer auf einer schriftlichen
Veröffentlichung, in der diese Art mit wissenschaftlich anerkannter Methode
beschrieben und benannt ist.
Eine derartige Beschreibung nutzt wohldefinierte (lateinische) Begriffe.
Gleichzeitig muss der (oder die) Autor(en) das (getrocknete oder anderweitig
präparierte) beschriebene Exemplar allgemein verfügbar machen.
Dieses spezielle Exemplar wird als Typexemplar bezeichnet.
Herbarien, die botanischen Gärten oder
anderen Forschungseinrichtungen angeschlossen sind, haben oft umfangreiche
Sammlungen derartiger Exemplare.
Wenn zwei Autoren Exemplare einer Art beschreiben und benennen,
dann ist die Erstveröffentlichung gültig.
In einem wissenschaftlichen Text wird eine Art durch ihren Namen und den Autor
der Erstveröffentlichung, manchmal mit Jahreszahl, angegeben.
Der Autorenname wird bei bekannten Botanikern oft abgekürzt.
Das Typexemplar einer Art ist von großer Bedeutung, da es der Definition der
Art dient.
Wenn andere Botaniker ähnliche Pflanzen untersuchen, ist es notwendig, diese
Pflanzen mit den Typexemplar zu vergleichen.
Nur dann ist herauszufinden, ob diese Pflanze von gleicher Art ist, oder eine
eigene Art darstellt.
Neben dem Typexemplar, technisch Holotyp genannt, stellt der Erstautor
oft am gleichen Ort zur gleichen Zeit gefundene Duplikate, Isotypen genannt,
zur Verfügung.
Falls der Holotyp verlorengeht, kann man dann aus den vorhandenenIsotypen
einen Ersatz, Lectotyp genannt, auswählen.
Andernfalls, d.h. wenn kein Isotyp existiert, wird es notwendig ein neues
Exemplar, Neotyp genannt, zu sammeln.
Daneben spricht man von Synotypen, wenn unabhängig Exemplare existieren,
die der gleichen Art zugeordnet werden.
Unter dem Regelwerk der ICBN sind die folgenden sieben Ränge vorgesehen:
Familien können in den Tribus (auch im lat. Tribus),
Gattungen in Sektionen (lat. Sektio) und Serien (lat. Serie),
und die Arten in Varietäten (Varietas) und Formen (lat. Forma) untergliedert
werden.
Hiermit ergeben sich jetzt 12 erlaubte Abstufungen.
Zusätzlich kann jede dieser 12 Abstufungen nochmals unterteilt werden.
Im lateinischen geschieht das durch das Präfix Sub- (also Subregnum, ,
Subdivisio, ..., Subspecies), was im deutschen durch das Präfix Unter-
ausgedrückt wird (Unterreich, Unterabteilung, ..., Unterart).
Insgesamt stehen somit 24 Abstufungen zur Verfügung, von denen aber nur die
sieben erstgenannten notwendig sind.
Damit die Rangstufe nicht immer genannt werden muss, sind kennzeichnende Endungen
für die Namen einiger Rangstufen vorgeschrieben.
; Reich : -ota
; Unterreich : -bionta
; Abteilung : -phyta (bei Pflanzen), -mycota (bei Pilzen)
; Unterabteilung : -phytina (bei Pflanzen), -mycotina (bei Pilzen)
; Klasse : -phyceae (bei Algen), -atae (bei Pflanzen), -mycetes (bei Pilzen)
; Unterklasse : -idae (bei Algen), -phycidae (bei Pflanzen), -mycetidae (bei Pilzen),
; Ordnung : -ales
; Unterordnung : -ineae
; Familie : -aceae
; Unterfamilie : -oideae
; Tribus : -eae
; Subtribus : -inae
Daneben sind folgende Abkürzungen gebräuchlich:
; Familie : fam.
; Ordnung : ord.
; Gattung : gen.
; Art : sp., spec.
; Unterart : ssp., subsp.
; Varietät : var.
; Form : f.Artnamen
Form des Namens
Entstehen eines Namens
Typen
Höhere Ränge
Bei Ranggruppen, die vielen Untergruppen des folgenden Ranges enthalten,
ist es oft wünschenswert, eine feinere Unterteilung vorzunehmen.
Zu diesem Zweck werden einige der sieben Ränge bei Bedarf weiter in
Nebenrangstufen gegliedert.