Ismailiten

Als Ismailiten, auch Ismailiden oder Ismaeliten werden bezeichnet:
  1. die Nachkommen Ismaels
  2. eine islamisch-schiitische religiöse Gemeinschaft
  3. eine osteuropäische muslimische Schicht des Mittelalters siehe Ismailiten (Osteuropa))

Die Ismailiten sind eine islamisch-schiitische Glaubensgemeinschaft, und bilden als so genannte Siebener-Schiiten einen Zweig der Schiiten. Die Ismailiten leben heute vorwiegend in Indien, Pakistan, Afghanistan, Tadschikistan, Syrien, Ostafrika sowie verstreut in der westlichen Welt.

Table of contents
1 Strömungen und Untergruppen
2 Geschichte
3 Glaube
4 Allgemein anerkannte Imame aller Ismailiten

Strömungen und Untergruppen

Geschichte

Die Ismailiten bildeten sich zur Zeit der Herrschaft der Abbasiden. Der in Folge des Todes des sechsten schiitischen Imams im Jahre 765 entstandene Nachfolgestreit führte zur Abspaltung der Ismailiten. Sie traten in Syrien und Persien auf und verfochten die Rechte Aliss, nach dessen Urenkel im siebenten Glied, Ismail ibn Djafar, sie sich nannten. Ursprünglich vertraten sie die Lehre einer Abfolge von sieben Imamen. In der Folgezeit jedoch entstanden verschiedene Stömungen und Richtungen.

Die Ismailiten sahen sich starken Verfolgungen der Sunniten ausgesetzt. Seitens der Imamiten oder Zwölfer Schiiten wurden sie mit großer Skepsis beobachtet.

Einen qaramitisch-ismailitischen Staat gab es in Bahrain und Oman im 9. Jahrhundert. Im 10. Jahrhundert gründeten die Fatimiden ihren Staat in Nordafrika, der zum Kalifat ausgerufen wurde. 969 wurde von ihnen Kairo erobert.

Von den Fatimiden stammen die heute noch existierenden Hauptzweige der Ismailiten ab. Im Jahre 1094 spalteten sie sich in die Nizaris und die Musta'lis. Aus den Ismailiten gingen nach dem Tode des Kalifen Hakim 1021 die Glaubensgemeinschaften der Drusen hervor, die nicht an den Tod dieses Kalifen glaubten. In der Folgezeit entfernten sich die Drusen immer mehr von den Hauptrichtungen des Islams, so dass sie heute nicht mehr als Muslime betrachtet werden. Auch die Alawiten entstanden in dieser Zeit und durch diese Ereignisse.

Glaube

Das theologische System der Ismaeliten ist wesentlich offener als das der meisten anderen Muslime. Manche sehen Elemente der Gnosis und des Neuplatonismus darin. Ebenso gibt es äußerliche Gemeinsamkeiten mit den Hinduismus, etwa was die sakrale Musik betrifft. Der Koran wird weitgehend allegorisch ausgelegt. Auf diese Weise werden über den Text hinausgehende Botschaften des Korans entschlüsselt. Hier bestehen Gemeinsamkeiten mit den Sufis und den Imamiten.

Allgemein anerkannte Imame aller Ismailiten

siehe auch Imam

Die sieben Imame der Ismailiten:

  1. Ali ibn Abi Talib (gest. 661)
  2. Al-Hasan
  3. Al-Husain (gest. 680)
  4. Ali Zain al-Abidin (gest. um 713)
  5. Muhammad al-Baqir (gest. um 733)
  6. Djafar as-Sadiq (gest. 765)
  7. Ismail ibn Djafar (angeblich nicht gestorben sondern entrückt)

Die Qaramitah glaubten an den im Verborgenen lebenden siebenten Imam. Diese Tradition wird heute von den Bohras in Bombay fortgeführt. Dem gegenüber wurden und werden von den Nizaris weitere Imame anerkannt.

Weblinks


In der Bibel sind die Ismaeliten die Nachkommen Ismaels.





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