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Leben
Als Lutheraner und Schuhmacher lebte er nach seinen Wanderjahren ab 1599 in Görlitz. In seinen Schriften, von "Aurora" bis "Weg zu Christo", drückt er seine - von Paracelsus beeinflusste - christliche Überzeugung aus.
Böhme erfuhr mindestens dreimal mystische Erfahrungen. Er schwieg lange Zeit darüber und reflektierte über das, was er erfahren hatte. Er schrieb Aurora ohne akademische Vorkenntnisse. Es war eine schwierige Arbeit fuer einen einfachen Schuhmacher, eine derart denkvolle mystische Schrift zu verfassen: Seine Texte sind dunkel und arm am Wortschatz. Doch findet man alle Keime seines späteren Denkens bereits in diesem Werk. Böhme selbst nannte seine Schrift Morgenrot, aber einer seiner Freunden gab ihr den lateinischen Namen Aurora, den man bis heute für das Werk verwendet. Böhme hatte nicht die Absicht, seine Schrift zu veröffentlichen. Nur seine Freunde lies er sie lesen. Doch man kopierte die Handschrift und am Ende besaßen sehr viele Leute Böhmes Schrift. Der damalige Pfarrer von Görlitz, Gregor Richter, gelang ebenfalls in den Besitz einer Kopie der Schrift. Richter erachtete das Werk als unchristlich und stachelte das Volk gegen Böhme auf. Später versöhnten sich Böhme und Richter, unter der Bedingung, daß Böhme nicht weiterschrieb. Richter behielt seine feindliche Attitüde gegen Böhme. Dessen Freunde jedoch hofften auf neue Schriften. Nach Aurora machte sich Böhme mit den Schriften des Paracelsus und mit der Philosophie des Neoplatonismus vertraut, und sein Talent zum Schreiben entwickelte fruchtbar. Nachdem Böhme einige Jahre lang geschwiegen hatte, fing er also erneut und mit der Selbstsicherheit einer christlichen Berufung zu Schreiben an.
Im Laufe seines Lebens verfasste Böhme auch das Buch Weg zu Christo. Es löste einen Skandal aus, so wie Aurora zuvor. Böhme konnte nicht länger in Görlitz bleiben und fuhr nach Dresden. Nachdem Weg zu Christo veroffentlicht wurde, war er gezwungen seinen Gegnern, die ihn argumentativ angriffen, zu antworten, weswegen er nicht mehr genug Zeit fand, ein weiteres Buch zu schreiben. In Dresden versuchte Böhme den Kursachsenschutz zu bekommen, aber es ging nicht so. Am Ende seines Lebens kehrte Böhme nach Görlitz zurück, wo er starb.
Werke
1730 wurde Böhmes Werk von Peuckert herausgegeben. Böhme war von nachhaltigem Einfluss für den Pietismus, wie auch für Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling, der Böhme 1806 bei der Lektüre von Friedrich Christoph Oetingers "Swedenborg" kennenlernte.