Jezidi

Der Begriff Jezidismus bezeichnet eine synkretistische Religion die ausschließlich unter Kurden verbreitet ist.

Über die Glaubensinhalte ist recht wenig bekannt, da es keine schriftlichen Überlieferungen gibt. Lediglich in Liedern, den so genannten Qewals, werden diese weiter gegeben. Derzeit ist man damit beschätigt, aus diesen Überlieferungen mehr Aufschluß über die eigene Geschichte zu erhalten. So kann hier auch nur eine sehr allgemeine Übersicht über religiöse Bräuche gegeben werden. Die jezidische Religion enthält Elemente des Zoroastrismus, sowie der altmesopotamischen Religionen. Außerdem findet man hier Ähnlichkeiten zu Bräuchen wie wir sie aus der brahmanischen (indischen), sowie der jüdischen, christlichen und muslimischen Religion kennen. Dieses breite Spektrum ist wohl auf das hohe Alter dieser Religion zurückzuführen. Man nimmt an, dass der Jezidismus etwa um die Zeit 1000 v.Chr. entstanden ist.

Die Jeziden sind durch strenge Heiratsregeln in die Kasten der Kleriker (Pir) und der Laien (Mrid) getrennt. Jezide wird man durch Geburt und eine Mission findet nicht statt. Ein Ein- oder Austritt aus der Religion ist nicht möglich. Auch die Heirat zwischen Jezidi und Nicht-Jezidi unterliegt einem Verbot und ist mit etlichen Problemen behaftet. So wird der oder die Jezidi in der Folge einer solchen Heirat aus der Religionsgemeinschaft verstoßen und auch die aus dieser Gemeinschaft geborenen Kinder unterliegen dieser Regelung. Sie sind keine Jezidi. Kasten wie auch Heiratsregeln wurden durch eine Reform Sheikh-Adi 's (1074-1162) eingeführt, wobei auch hier nicht auszuschließen ist, das es beireits früher ähnliche Regeln gegeben hat. Besonders die strengen Bestimmungen betreffs der Eheschließungen waren ein Behelf für den massiven Druck, dem die Jezidi durch den Islam unterworfen waren. Dabei war es häufig eine Zwangsilamisierung mittels derer die Jezidi zur Konvertierung gezwungen wurden. Der Gedanke, das ursprünglich alle Kurden der jezidischen Religionsgemeinschaft angehörten erscheint durchaus logisch. Derzeit herrscht unter den Jezidi eine rege Diskussion, ob man diese Regel weiter aufrechterhalten soll.

Da die Jezidi im Islam nicht wie Christentum und Judentum als Buchreligion anerkannt sind, wurden sie seit dem 9. Jahrhundert zwangsislamisiert und verfolgt. Sie werden als als "Teufelsanbeter" diskriminiert, wobei sie vom Islam als islamische Sekte bezeichnet werden. Dieser "Logik" folgten auch die ersten Europäer, die mit den Jezidi in Berührung kamen. Dieser Darstellung folgen Europäer wie auch Amerikaner auch heute noch, da die wenigsten sich mit dieser Religion jemals beschäftigt haben, sie ihnen somit durchweg unbekannt ist. Obwohl man der Islam und seine Lehren in diesen Gegenden mehrheitlich abgelehnt wird, schenkt man ihm in diesem Zusammenhang Glauben.

Das religiöse Zentrum der Jeziden liegt in Lalish im Nordirak.

Verbreitung

Über die genaue Anzahl der Jeziden ist nicht viel bekannt, Schätzungen liegen zwischen 300.000 und 800.000. Die meisten leben im Irak (ca. 300.000), auch in Armenien, Georgien, Syrien, Iran und der Türkei. Viele sind nach Europa, v.a. nach Deutschland (ca. 30.000), geflohen. Dabei entfällt von diesen der weitaus größte Teil auf die aus der Türkei stammenden Jezidi, da man diese dort weitestgehend ausgerottet hat.

Rezeption

In die deutschsprachige Literatur eingegangen, z.B. in Werken von Karl May wie Durchs wilde Kurdistan. Die älteste Literatur über die Jezidi sind Schriften arabische Muslime, später kamen französische und englische Schriften hinzu.

Weblinks





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