Jodler

Ein Jodler ist ein in der alpenländischen Tradition verwurzeltes, textloses Singen auf Lautsilben. Die Bezeichnung "Jodler" ist lautmalerisch; typische Silbenfolgen sind "Hodaro", "Iohodraeho", "Holadaittijo". Charakteristische Merkamle des Jodelns sind In wahrscheinlich allen gebirgigen und unwegsamen Regionen der Welt gibt es verschiedene Techniken, um mit Rufen weite Distanzen akustisch zu überbrücken. Die Ursprünge des Jodelns gehen deshalb auf vorkeltische Zeiten zurück: Jodelnd verständigten sich Hirten und Sammler, Waldarbeiter und Köhler. Von Alm zu Alm wurde mit Almschrei (Almschroa) oder Juchzer (Juchetzer) kommuniziert.

Jodel-Kommunikationsformen existieren auch bei den afrikanischen Pygmäen, bei den Eskimos, im Kaukasus, in Melanesien, in China, Thailand und Kambotscha, in Spanien ("Alalá"), in Lappland (Joik, auch Juoigan), in Schweden (Kulning, auch Kölning, Kaukning), in Polen und Rumänien.

Lokale Bezeichnungen: Wullaza (Steiermark), Almer (Oberösterreich), Dudler (Niederösterreich)

Im alpenländischen Volklied wurde der Jodler zum Jodel-Lied musikalisch weiterentwickelt. Ursprüngliche Jodler werden immer solistisch praktiziert, die meisten Jodel-Lieder sind mehrstimmig und scheinen häufig als Kehr- und Schlussrefrain von Volksliedern auf.

Der ursprüngliche Jodler ist heute hauptsächlich im Rahmen der volkstümlichen Musik zu hören. Einer der bekanntesten bayrischen Jodler ist der Jodl-König Franzl Lang. Im Harz und im Erzgebirge wird das Jodeln als virtuose Musikfolklore mit Wettbewerben gepfelgt.

Den Weltrekord im Jodeln hält der Kanadier Don Reynolds mit 7 Stunden 29 Minuten.



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