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| Table of contents |
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2 Herstellung 3 Einige Erkenntnisse ernährungswissenschaftlicher Studien 4 Verwandte Produkte 5 Historisches 6 Literatur 7 Weblinks |
Im Mutterland des Lactobacillus bulgaricus, in Bulgarien, aber auch in Griechenland und in der Türkei wird Joghurt zweimal täglich frisch hergestellt, nicht nur aus der Kuhmilch, auch aus Büffelmilch oder Schafmilch (besonders in Griechenland). Das Resultat ist schnittfest, schmeckt von sich aus kühl und süßlich und wird in großen Portionen ohne Zutaten oder mit wenig Zucker frisch konsumiert.
Joghurts auf dem südlichen Balkan bestehen nur aus Milch und Lactobacillus bulgaricus, ohne weitere Zusätze. Naturjoghurt dieser Art wird dort auch im offenen Verkauf vertrieben. Eine Portion - in der Regel 500 Gramm - hält allerdings nur einige Stunden frisch, im Kühlschrank etwa einen Tag.
Die Ingredienzen eines mitteleuropäischen Joghurts im Jahre 2003 sind dagegen: Milch, Magermilchpulver, Emulgator E 322, modifizierte Maisstärke, Zitronenkonzentrat, Farbstoffe, Aromen und Süßstoff (siehe hierzu: Mogelkennzeichnungen). Eine Portion - meist ein Plastikbecher mit 180 ml Inhalt - ist etwas mehr als 3 Wochen haltbar.
Ursprünglich entstand Joghurt als Zufallsprodukt, als die Milch spontan sauer geworden war, später aber wurde der Prozess durch Anreicherung und Züchtung geeigneter Milchsäurebakterien und durch die Einhaltung optimaler Wachtumsbedingungen für die eingesetzten Mikroorganismen (insbesondere der Temperaturkontrolle) unter Kontrolle gebracht. Bei geeigneten Temperaturen (etwa 40 Grad) kann mit Joghurtkulturen geimpfte Milch auch zu Hause in Joghurt umgewandelt werden. Insbesondere in den Industrienationen sind entsprechende Joghurt-Zubereitungsmaschinen in diversen Ausführungen auf dem Markt.
Milchsäurebakterien erzeugen durch die teilweise Umwandlung des Milchzuckers (Laktose) in Milchsäure und durch die Bildung von produktspezifischen Aromastoffen den charakteristischen Geschmack und Geruch eines Joghurtprodukts.
Zu den wichtigsten Milchsäurebakterien in traditionellen Sauermilcharten wie Joghurt, Sauermilch, Buttermilch usw. gehören Streptokokken und Laktobazillen. Die bei der traditionellen Herstellung eingesetzten Arten und Stämme sind nicht säure- und gallensalzresistentresistent und überleben deshalb kaum die Magen-Darm-Passage. Anders verhält es sich bei den so genannten probiotischen Bakterien, die angeblich eine gesundheitsfördernde Wirkung haben sollen. Diese wurden - als Darmbakterien - ursprünglich aus menschlichen Fäkalien gewonnen. Probiotische Mikroben werden nach besonderen Kriterien ausgewählt, um sicherzustellen, dass sie in lebensfähiger Form den Darmtrakt erreichen und ihre Stoffwechselaktivität dort entfalten können. Grundvoraussetzung dafür ist aber, dass diese Mikroorganismen gesundheitlich unbedenklich sind, d.h. weder pathogen noch toxigen sein dürfen.
Die Hersteller unterscheiden bei ihren probiotischen Produkten:
Bereits bei den traditionellen Joghurtprodukten ermöglichen die Verminderung des Laktosegehaltes und die Enzyme der in den Produkten anwesenden Milchsäurebakterien, dass auch Konsumenten mit Laktose-Unverträglichkeit Joghurt in begrenzten Mengen ohne Beschwerden genießen können.
Insgesamt bietet die Säuerung der Milch, d.h. die Milchsäuregärung, folgende Vorteile:
So genannte Dickmilch wurde, bevor die Pasteurisierung von Milch üblich wurde, oft zu Hause hergestellt und stellt eine Form von Joghurt dar.
Hier reicht schon Raumtemperatur, um die Milch innerhalb von 2-3 Tagen umzusetzen. Die Bakterien sind auch hier aerobe Milchsäurebakterien; sie stammen teils von der Kuh, und gelangten teils beim Melken aus der Luft in die Milch. Daher kann pasteurisierte Milch nicht benutzt werden, um Dickmilch (ohne Bakterienzusatz) herzustellen.
Für die kommerzielle Herstellung von Sauermilcharten wurden verschiedene Milchsäurebakterien selektiert. Interessant ist, dass Produkte, die aus südlichen Gegenden stammen, mithilfe von thermophilen (wärmeliebenden) Milchsäurebakterien hergestellt wurden, während man für die aus dem Norden stammenden Sauermilcharten mesophile (mittlere Temperaturen liebende) Milchsäurebakterien eingesetzt hat. Beim heutigen Stand der Technik spielen diese klimatischen Bedingungen bei der Herstellung von Sauermilcharten allerdings keine Rolle mehr.
Natur- und Industrieprodukt
Herstellung
Bakterienkulturen
Einige Erkenntnisse ernährungswissenschaftlicher Studien
Verwandte Produkte
Historisches
Literatur
Weblinks