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Er ist 1655 als Sohn eines Gastwirts in St. Georgen im Attergau (Oberösterreich) geboren. schon als Kind wird er auf mannigfache Art und Weise mit Musik in Berührung gekommen sein, da im 17. Jahrhundert Singen und Instrumentalspiel einen höheren Stellenwert hatten als heute. Beer besuchte zunächst die Schule des Benediktinerklosters Lambach, bis die protestantische Familie im Jahre 1670 nach Regensburg übersiedeln musste, wo Johann in das Gymnasium eintrat. Hier entfaltete er sein Talent als Erzähler, indem er seine Mitschüler mit Stegreifgeschichten unterhielt. Dieses Talent machte ihn später zu Literaten. Er schrieb eine Reihe von Picaro-(Schelmen-)romanen, wie z.B. "Des Abentheuerlichen Jan Rebhu Artlicher Pokazi"(1679/80) und "Der Symplizianische Welt-Kucker" (1677/79). Trotz der offensichtlichen Anspielungen auf das Werk Grimmelshausens erreichten diese Romane dessen literarische Qualität nicht.
Nach nur wenige Monate dauernden Theologischen Studien (1676) trat Beer als Altist (Contratenor?) in den Dienst des Herzogs von Sachsen-Weißenfels ein, wo er in einem kunstsinnigen Milieu ausreichend Gelegenheit fand, an allerlei höfischen Festivitäten mitzuwirken. Schließlich wurde er zum herzoglichen Konzertmeister und Bibliothekar befördert. Er wurde im Jahre 1700 durch einen Jagdunfall jäh aus dem Leben gerissen.
Mit der Wiederbelebung älterer Musik erfuhr auch das Werk Johann Beers eine Renaissance, und zwar in Form eines Konzertes für Posthorn, Waldhorn und Steichorchester. Hier zeigt sich Beer durchaus als ein begabter Komponist mit einigem melodischen Talent.Das Posthorn ist allerdings kein Musikinstrument, sondern diente dem Postillion als Signal, z.B. um gedankenversunkene Wanderer auf Gefahren aufmerksam zu machen, die von einer herannahenden Kutsche ausgehen.Das Posthorn ist wie ein Blechblasinstrument zu blasen, verfügt auf Grund seiner überaus weiten Mensur nur über zwei Töne, den Grundton und die überblasene Oktave.
Johann Sebastian Bach (1685-1750) auf dem Klavier und Georg Philipp Telemann (1681-1767) mit Hilfe der Oboe machten später das Posthorn, bzw. den Postillion zum Subjekt ihrer Programmmusik.
Die konzertante Anwendung eines solchen Signalhorns wirkt ohne Kenntnis eines konkreten Anlasses etwas befremdlich, zumal das Posthorn in allen Sätzen des Konzerts erklingt und Beer es auch nicht versteht, das Signalhorn monochordisch als Orgelpunkt oder bezüglich einer Drehleierharmonik anzuwenden.
Beers Musik wurde im Bayrischen Fernsehen auch anlässlich einer Alpenüberquerung mit der Postkutsche als Hintergrundmusik gespielt, wobei sie trotz einiger kontrapunktischer Schwächen ihre Wirkung nicht verfehlte.