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| Table of contents |
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2 Entdeckungen |
Leben
Als Sohn eines Kutschers wuchs Johann Wolfgang Döbereiner in ärmlichen Verhältnissen auf einem Rittergut auf und erhielt nur mäßigen Schulunterricht. Er begann 1794 in Münchberg eine Lehre als Apotheker, nach der eine fünfjährige Wanderschaft erfolgte.
Er arbeitete in Apotheken in Dillenburg, Karlsruhe und Straßburg, und eignete sich nebenbei autodidaktisch Kenntnisse in Chemie, Botanik und Mineralogie an.
1802 kehrte er nach Jena zurück; allerdings schaffte er es nicht, sich als Apotheker selbständig zu machen.
Auf sich aufmerksam machte Döbereiner durch Untersuchungen von praktischen chemischen Problemen. So erhielt er schließlich 1810 von Herzog Carl August von Sachsen-Weimar auf Vermittlung von Goethe eine außerordentliche Professur für Chemie, Pharmazie und Technologie an der Universität Jena.
Da er kein akademisches Diplom vorweisen konnte, wurde ihm der Titel eines Dr. phil. erteilt, da seine bisherigen Veröffentlichungen "bereits unverkennbar den Stempel der Genialität und Vollendung in sich trugen".
Für die Fakultät war die Auswahl von Döbereiner ein Glücksgriff, denn in seiner Person verbanden sich Genialität als Forscher, ein sehr starkes Interesse an technischen Vorgängen und eine hervorragende Lehrbefähigung.
Seine Vorlesung waren sehr praktisch geprägt mit vielen Experimenten zur anorganischen und organischen Chemie. Zusätzlich gab es zahlreiche Ausflüge zu chemischen Farbriken in der Umgebung von Jena um seinen Studenten chemische Technologie und pneumatische Chemie in der Praxis zu zeigen.
Als chemischer Berater von Herzog Carl August beschäftigte er sich mit der Verbesserung von Fabrikationsverfahren und dem Aufbau verschiedener Betriebe, die sich gewinnbringend nutzen ließen. Er wirkte mit an der Errichtung einer Schwefelsäurefabrik, entwickelte Verfahren zur Gewinnung und Verwertung von Indigo anstelle des Färberwaids.
Weiterhin wurde zur Zeit der Kontinentalsperre unter Döbereins Mitwirkung in Tieffurth eine Fabrik zur Zuckergewinnung aus Stärke erbaut und auch die Herstellung von Essigsäure nach dem Schnellessigverfahren durch Oxidation von Alkohol wird erwähnt. Dazu kommen noch Brennereien und Brauereien.
Um 1818 unternahm er auf Anregung Goethes und des Großherzogs Versuche zur Gaserzeugung für Beleuchtungszwecke, dabei fand er, "daß Kohle und Wasser bei ihrer Wechselwirkung in hoher Temperatur das wohlfeilste und reinste Feuergas ergeben."
1828 führte er Schmelzversuche zur Herstellung von Cölestin-Barytglas durch und untersuchte auch Gärungsprozesse.
Seine wichtigsten und bekanntesten Entdeckungen machte er im Bereich der katalytischen Wirkung von Platinmetallen und in der Feststellung von Ähnlichkeiten bei den Eigenschaften der damals bekannten Elemente.
Weniger bekannt ist Döbereiner als ein Wegbereiter der chemischen Praktika im Lehrbetrieb an deutschen Universitäten. Noch vor Justus von Liebig in Gießen hielt Döbereiner 1820 in Jena ein chemisch-praktisches Kollegium ab, das sich bei den Studenten größter Beliebtheit erfreute. Goethe unterstüzte dies durch den Ankauf eines Hauses in Jena sowie mit der Beschaffung von Laborgeräten. Döbereiner ist aus Dankbarkeit, trotz finanzieller Probleme, der Jenaer Universität treu geblieben, obwohl er ehrenvolle Berufungen an andere Universitäten erhalten hatte.
Diese Erkenntnis wurde 1829 in seiner Arbeit Versuch zu einer Gruppierung der elementaren Stoffe nach ihrer Analogie veröffentlicht. Döbereiner ordnete dabei die damals bekannten Elemente in weitere Dreiergruppen, den "Triaden" an.
Durch die Triadenregel konnten Vorhersagen über noch nicht bekannte Elemente gemacht werden. So sagte Döbereiner das Atomgewicht des Broms vorher.
Die Döbereinersche Triadenregel bildete eine wichtige Grundlage für das um 1870 entwickelte Periodensystem der Elemente.
Einen großen Anteil seiner Forschung machte die Untersuchung der katalytische Wirkung der Platinmetalle aus. Bereits 1816 gelang ihm mit Hilfe von Platinmohr die Oxidation von Alkohol zu Essigsäure. Einige Jahre später gelang ihm mit der Entzündung eines Knallgasgemisches unter dem Einfluss von Platinschwamm eine der wichtigsten Entdeckungen der frühen Katalysechemie. Sie führte zur Erfindung des Döbereinerschen Platinfeuerzeugs, das zu einem begehrten Handelsobjekt wurde.
Mit der Beobachtung, dass Knallgas auch mittels eines Iridium-Osmium-Gemisches zur Explosion gebracht werden konnte, entdeckte Döbereiner 1824 das Prinzip der später in der chemischen Großindustrie eingesetzten Mischkatalysatoren.
Entdeckungen
Triaden-Regel
Döbereiner gilt als Vordenker für den Aufbau des Periodensystems der Elemente. 1816 entdeckte er einen Zusammenhang zwischen den Elementen Calcium, Strontium und Barium. Sie hatten sehr ähnliche Eigenschaften und die Atommasse des mittleren Elementes war gerade der Mittelwert der Atommassen der beiden anderen Elemente.
Katalyse und das Döbereiner-Feuerzeug