Johannes Ockeghem

Johannes Ockeghem (auch Ockenhem, Ockengem und Ockenghem) war ein Komponist; er wurde um 1420 im flandrischen Dendermonde geboren; er starb 1495 in Tours.

Siehe auch: Portal Musik, Renaissancemusik

Biographie

Ockeghem war geistlichen Standes, entschied sich jedoch für die Musik. 1453 wurde er Kapellmeister am französischen Hof. Er schrieb zahlreiche Messen und Motetten. Daneben war er vor allem ein Meister des textierten und untextierten Chansons.

Ockeghem zählt zur zweiten Epoche des franko-flämischen Stils, hier allerdings zu den frühesten Vertretern. Daher finden sich in seinem Werk noch zahlreiche Spuren der ersten Epoche, z.B. Chansons in der dreistimmigen Normalforn, bestehend aus Tenor, Contratenor (im c4-Schlüssel) mit einem im c1- oder c2-Schlüssel etwa eine Quinte höher stehenden Diskant. Im Liber Fridolini Sichery ist Ockeghem unter der Schreibweise Ockenhem, Ockengem und Ockenghem mit drei dreistimmigen Instrumentalstücken vertreten. Er ist einer der ersten Komponisten, bei denen der Bass voll ausgebildet ist und auch in dieser Funktion erscheint.

Die Chansons des 14. und 15. Jahrhunderts gelten im französischen Nationalbewusstsein durchaus als Vorläufer des heutigen literarischen Chansons etwa von Georges Brassens, Jacques Brel, Georges Moustaki etc.

Werk

Unter den Werken Ockeghems verdient vor allem ein 36stimmiges "Deo gratias" erhöhte Aufmerksamkeit.Es handelt sich dabei um einen Kanon für je neun Sopran-, Alt-, Tenor- und Bassstimmen. Im Gegensatz zur venezianischen Mehrchörigkeit des ausgehenden 16. Jahrhunderts erschließt die Vielstimmigkeit den musikalischen Raum nicht blockartig antiphon, sondern behutsam und allmählich. Ein bestimmter Anlass für solche vielstimmigen Werke ist nicht zu ermitteln.



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