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Kerry ist ein US-Senator aus Massachusetts und bewirbt sich um das offizielle Kandidatenamt der Demokratischen Partei bei den US-Präsidentschaftswahlenschaftswahlen 2004.
Kerry, Kind eines Diplomaten, verbrachte einen Großteil seiner Jugend in Europa. Unter anderem lebte er in dieser Zeit in Berlin und in der Schweiz. Seine Familie gehört zum so genannten Adel der Ostküste - seine Mutter ist eine direkte Nachfahrin des ersten Gouverneurs von Massachusetts im 17. Jahrhundert. Damit ist er auch Mitglied der Unternehmerfamilie Forbes. Sein Vater stammt aus einer jüdisch-schlesischen Brauereifamilie. Sein Großvater Friedrich Kohn, der 1901 in Mödling in Niederösterreich zum katholischen Glauben konvertierte, nahm den Namen Frederick Kerry an und kam 1904 nach Amerika. Kerry ist in zweiter Ehe verheiratet mit Teresa Heinz, der Witwe des Senators H. John Heinz III. Dieser war ein Erbe des Ketchupfabrikanten Henry J. Heinz. Ihr Vermögen wird auf ungefähr 500 Millionen US-Dollar geschätzt. Falls Kerry die Präsidentenwahl gewinnt, wäre er einer der US-Präsidenten mit dem größten Privatvermögen, die die USA je hatten.
Er absolvierte ein Jura-Studium an der Yale Universität. Wie George W. Bush und dessen Vater George H. W. Bush ist John Kerry Yale-Absolvent und Mitglied der studentischen Geheimgesellschaft Skull and Bones. Kerry meldete sich freiwillig zum Einsatz im Vietnamkrieg. Sein erster Einsatz dort war 1968 auf der Fregatte USS Gridley im Südchinesichen Meer. Als Kommandant eines Schnellboots auf dem Mekong wurde er 1969 mehrfach verwundet, aber ebenso hoch ausgezeichnet.
Durch seinen Einsatz in Vietnam war Kerry zum glühenden Kriegsgegner geworden. Er organisierte mehrere Demonstrationen gegen den Krieg. Vor allem Kriegsveteranen nahmen an diesen teil. Als im Februar 2004 seine Chancen steigen Präsidentschaftskandidat der Demokraten zu werden, versuchen seine Gegner diese Aktivitäten gegen ihn zu verwenden.
Seit 1985 ist Kerry Senator für den US-Staat Massachusetts. Kerry wird von US-amerikanischen Kommentatoren oft als kleiner JFK bezeichnet. Nicht nur sind ihre Initialen gleich, auch war John F. Kennedy wie Kerry vor seinem Amtsantritt Senator von Massachusetts. Kennedy gelang als letztem Präsidentschaftskandidat direkt der Sprung vom US-Senat in das Weiße Haus. Im Senat fiel Kerry vor allem durch seine Arbeit in Untersuchungskommissionen - insbesondere zur Iran-Contra-Affäre - auf. Kerry arbeitete maßgeblich daran die Aussöhnung zwischen den USA und dem ehemaligen Kriegsgegner Vietnam auf politischer Ebene in die Wege zu leiten. Er stimmte im Senat gegen den zweiten aber für den dritten Golfkrieg.
Massachusetts gilt in US-amerikanischen Politik als sehr liberaler, also im dortigen Sprachgebrauch als politisch linker Staat. Kerry ist für die Beschränkung des Rechts auf Waffenbesitz. Er setzt sich für die Rechte Homosexueller ein, lehnt aber eine Ehe zwischen ihnen ab. Kerry stimmte im Senat gegen das Gesetz zum Schutz der Ehe. Er war einer der sehr wenigen Senatoren, die sich für eine amerikanische Unterschrift unter das Kyoto-Protokoll einsetzten. Kerry ist Befürworter des Rechts auf Abtreibung. Er lehnt die Todesstrafe, außer bei terroristischen Akten, ab, denn er habe, so Kerry, selbst töten müssen.
Nach seiner möglichen Wahl will Kerry die von George W. Bush durchgesetzten Steuererhebungen rückgängig machen. Ebenso will er Ölbohrungen im Naturschutzgebiet von Alaska verhindern.
Bei den Präsidentschaftswahlen gilt Kerry im Gegensatz zu zum Beispiel Howard Dean als gemäßigter Kandidat. Für ihn sprechen sowohl seine internationale Erfahrung als auch seine persönliche Reputation als aktiver Kriegsteilnehmer. Seine Gegner im Wahlkampf wenden ein, dass Kerry selbst umfangreiche Spenden von Großunternehmen kassiert. Im Februar 2004 tauchen im Rahmen des Wahlkampfs Gerüchte über eine sexuelle Beziehung zu einer Praktikantin auf, werden aber nicht bestätigt.
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