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Joseph Wirmer stammte aus einer katholischen Lehrerfamilie, sein Vater war Gymnasialdirektor. Er studierte nach dem Abitur in Warburg ab 1920 in Freiburg im Breisgau und Berlin Rechtswissenschaft. Seine in der Studienzeit in klarer Abgrenzung zu der in gebildeten Kreisen immer noch vorherrschenden monarchistischen Auffassung engagiert vertretene demokratische Gesinnung trug ihm den Beinamen "der roter Wirmer" ein. Nach dem Referendarexamen 1924 und dem Assessorexamen (1927) ließ er sich in Berlin als Rechtsanwalt nieder. Dort schloss er sich politisch dem linken Flügel der Zentrumspartei an. Er setzte sich für eine große Koalition mit der SPD ein. Joseph Wirmer stand seit der so genannten Machtergreifung aus demokratischer Überzeugung und Sorge um den Rechtsstaat in Gegnerschaft zu den Nationalsozialisten. Wegen der engagierten Verteidigung rassisch Verfolgter wurde er aus dem Rechtswahrerbund ausgeschlossen. Den Abschluss des Reichskonkordats lehnte er ab. Ob er, wie manche meinen, beim damaligen Nuntius Eugenio Kardinal Pacelli, dem späteren Papst Pius XII persönlich zu intervenieren versucht hat, lässt sich mit Quellen derzeit nicht belegen.
1936 kam er in Kontakt zu den gewerkschaftlichen Widerstandskreisen um Jakob Kaiser. Seit 1941 gehörte er zu dem Kreis um Carl Friedrich Goerdeler. Die historische Forschung ist sich mittlerweile einig, dass er im Widerstand durch seine persönlichen Kontakte sehr viele Vorbehalte überwinden konnte, die traditionell zwischen den Gruppen der Gewerkschaftler und Sozialdemokraten, den kirchlichen Kreisen und den alten adligen Eliten bestanden. Den Attentatsplan Claus Schenk Graf von Stauffenbergs unterstützte er von Anfang an.
Nach dem gescheiterten Attentat und Umsturzversuch des 20. Juli 1944, bei dessen Gelingen Joseph Wirmer als Reichsjustizminister eingeplant war, wurde er am 4. August verhaftet, am 8. September 1944 durch den Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am selben Tage durch Erhängen im Zuchthaus Berlin-Plötzensee hingerichtet.
Sein mutiges und souveränes Auftreten im Schauprozess vor dem Volksgerichtshof ist durch Protokolle und den auf Hitlers Befehl heimlich gedrehten Film belegt. Als ihm Roland Freisler, der den Vorsitz führte, eine feige Haltung vorwarf und ihn als "feines Früchtchen" bezeichnete, hielt er dem entgegen
Leben
Als Freisler dem entgegnete, Wirmer werde bald zur Hölle fahren, antwortete er:
Siehe auch: Liste der Beteiligten des Aufstandes vom 20. Juli 1944, Widerstand gegen den Nationalsozialismus