Jules Dupré

Jules Dupré (* 5. April 1812 in Nantes; † 6. Oktober 1889 L'Isle-Adam) war einer der bedeutendsten französischen Landschaftsmaler der Schule von Barbizon. Er gilt als Begründer der modernen französischen Landschaftsmalerei.

Dupré folgte anfänglich dem Beruf seines Vaters, eines Porzellanfabrikanten, wandte sich aber dann der Landschaftsmalerei zu und debütierte zuerst 1831 im Pariser Salon mit fünf Landschaften nach Motiven aus dem Département Obervienne. Er brachte seitdem fast nur französische Landschaften, doch von 1835 bis 1839 auch einige aus England zur Ausstellung.

Nach langer Zwischenzeit sah man auf der Weltausstellung von 1867 zwölf Bilder von Dupré. Dann hielt er sich wieder von den Ausstellungen fern, bis er auf der nationalen Ausstellung von 1883 durch acht Landschaften daran erinnerte, daß seine Kraft noch nicht geschwächt ist. Er ist einer der Hauptvertreter des sog. Paysage intime, d. h. der neuen Richtung der französischen Landschaftsmalerei, nicht die "schöne Ansicht" oder einen allgemeinen Idealismus zu pflegen, sondern jedem Stückchen Landschaft seine eigentümliche Stimmung in Farbe, Luft und Licht abzugewinnen. Die Wahrheit des Tons ist ihm die Hauptsache, und um diese zu erreichen, malt er so stark pastos, daß seine Bilder bisweilen wie Reliefs aussehen. Die Beleuchtung spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, und namentlich weiß er den Sonnenuntergang mit starkem poetischen Reiz zu schildern. Er ist Offizier des Ordens der Ehrenlegion.

Sein Bruder Léon Victor Dupré, geboren zu Limoges und Schüler von ihm, ist ebenfalls Landschaftsmaler.


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Jules Dupré in: Meyers Konversationslexikon, 4. Aufl. 1888-90, Bd. 5, S. 233




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