|
|
| Table of contents |
|
2 Zubereitung 3 Etymologie |
Im präkolumbianischen, tropischen Amerika wurden aus Kakao kalte, oft ungesüßte Getränke zubereitet, die mit dem uns vertrauten wenig gemeinsam haben. Die Spanier brachten den Kakao 1520 nach Europa, im 17. Jahrhundert kam er nach Deutschland.
In europäischen Adelskreisen entwickelte er sich rasch zum Modegetränk, dem besondere Bekömmlichkeit und allerlei Heilwirkungen - natürlich auch aphrodisierende - nachgesagt wurden. Zu der Zeit gab es noch keine Unterscheidung zwischen Kakaopulver und Tafelschokolade, da die Technik zur Entölung noch unbekannt war. Kakao wurde zu Tafeln gepresst gehandelt, die weder Zucker noch Milch enthielten und nicht zum direkten Verzehr bestimmt waren. Zubereitet wurde er mit Wasser und Zucker nach Geschmack.
Von Brillat-Savarin stammt diese Beschreibung: "Um Chocolade zu bereiten, daß heißt um sie zum sofortigen Genusse zweckdienlich zu machen, nimmt man ungefähr anderthalb Unzen auf die Tasse, lässt sie sachte in allmählich erwärmtem Wasser zergehen, indem man sie mit einem Holzspatel umrührt; dann lässt man sie eine Viertelstunde kochen, damit die Lösung eine vollständige werde, und servirt sie heiss. (...) Mein Herr, sagte mir vor mehr als 50 Jahren die Superiorin des Klosters der Heimsuchung zu Belley, wenn Sie gute Chocolade trinken wollen, so lassen Sie dieselbe am Abend zuvor in einer Porzelankanne zubereiten und darin stehen. Das Stehen über Nacht concentrirt sie und gibt ihr einen Feingeschmack, der sie viel angenehmer macht. Der gute Gott kann über dieses kleine Raffinement nicht zürnen, ist er doch selbst höchste Vortrefflichkeit." (Zitiert nach Philippe Suchard, Neuchâtel 1885)
Im Bürgertum konnte sich der Kakao nicht durchsetzen, galt er doch als Symbol des Ancien Régime, von Untätigkeit und Sinnenfreude. Der aufgeklärte Bürger trank stattdessen Kaffee - am Frühstückstisch oder im Café, nicht im Boudoir. Kakao wurde in der bürgerliche Gesellschaft vorwiegend zum Kindergetränk, das, nachdem ihm durch die Entölung (und der damit einhergehenden Trennung der Handelsformen in Kakaopulver für Getränke und Tafelschokolade für den direkten Verzehr) ein Großteil seines Nährwerts genommen war, zunehmend mit Milch statt Wasser zubereitet wurde, um seinen Nährwert wieder zu erhöhen und seine Bitterkeit zu mildern.
Heute kann traditionelle "Chocolade" praktisch nicht mehr zubereitet werden, weil weder Kakaopulver noch Tafelschokolade der ursprünglichen Zutat entsprechen (die beste Näherung dürfte Bitterschokolade mit möglichst hohem Kakaoanteil sein). Auch die Zubereitung mit Kakaopulver, Mich und Zucker ist auf dem Rückzug, seit es Instant-Kakaogetränke gibt, die neben eher wenig Kakao und viel Zucker verschiedene Aromastoffe, Emulgatoren und teilweise Milchpulver enthalten.
Mit heutigem Kakaopulver sind zwei Methoden üblich. Zu bevorzugen ist schwach entölter Kakao - er ist aromatischer und kostet weniger als stark entölter.
Der Begriff "Kakao" ist aztekischen Ursprungs und von cacahuetl oder cacauatl abgeleitet. Eines der bei den Mayas üblichen Kakaogetränke hieß xocoatel oder chocolatl und wurde zum Namensgeber der "Schokolade".
Geschichte
Zubereitung
Etymologie