Kalmarer Union

Mit Kalmarer Union wird ein politisches Bündnis bezeichnet, in dem von 1397-1523 die drei skandinavischenen Königreiche, Dänemark, Norwegen und Schweden vereint waren. Die Union zerbrach, nachdem Schweden sich selbständig macht, Dänemark und Norwegen blieben bis 1814 miteinander verbunden.

Der Union lag eine politische Konstellation im Jahre 1389 zugrunde, bei der alle drei Reiche durch Heirat und Erbschaften eng miteinander verbunden waren. Treibende Kraft hinter diesem Zustand war Dänemark, das in dieser Zeit stark nach Macht strebte.

1397 unterzeichneten die Vertreter der drei Staaten in Kalmar unter Federführung der dänischenen Königin Margarethe I jenen Vertrag, der für rund eineinhalb Jahrhunderte Skandinavien zusammenschweißen sollte. Jedes Reich bewahrte seine innenpolitische Selbstständigkeit und seine eigene Jurisprudenz; vereint wurden die Reiche dagegen durch eine gemeinsame Außenpolitik und durch den dänischen König als gemeinsamen Herrscher.

Bereits nach dem Tode Margarets 1412 ergaben sich erste Probleme, als ihr Nachfolger Erik VII die Union in einen von Kopenhagen aus regierten Einheitsstaat umformen wollte. Zwar konnte dieser Plan verhindert werden, doch die folgende Ruhe wurde bald durch dauernde Konflikte mit Schweden gestört: Der schwedische Hochadel wehrte sich ab ca. 1440 zunehmends verbissen gegen die dänische Machtpolitik. Im Endeffekt war vor allem das schwedische Unabhängigkeitsstreben und die enge schwedische Verbindung mit der Hanse ausschlaggebend für das Scheitern der Union. Als sich auch noch der Unmut des einfachen Volkes in Schweden in mehrfachen Aufständen äußerte, reagierte der dänische König Christian II mit dem Stockholmer Blutbad (1520), bei dem über 80 führende schwedische Oppositionelle umgebracht wurden. Im folgenden erhob sich die Bevölkerung in ganz Schweden. 1521 wurde der dänische Einfluss aus dem Reich zurückgedrängt, und 1523 schied Schweden mit der Wahl eines eigenen Königs (Gustav I. Wasa) endgültig aus der Kalmarer Union aus.

Die dänisch-norwegische Union blieb noch bis 1814 bestehen. Nach 1523 verlor Norwegen seine Selbstständigkeit Stück für Stück, bis es faktisch ein in sämtlichen Belangen von Kopenhagen aus kontrolliertes Reichsgebiet geworden war.

Da Dänemark Napoleon in dessen Kriegen unterstützt hatte, wurde im Wiener Kongreß beschlossen, dass Norwegen an Schweden abzutreten sei.



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