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Die Kamelhalsfliegen (Raphidioptera) sind eine Gruppe der Insekten und gehören zu den holometabolen Insekten (Holometabola). Von den etwa 200 bekannten Arten dieser Gruppe leben 11 in Mitteleuropa. Die Körperlänge der Tiere beträgt zwischen 14 und 45 mm.
Das auffälligste und namensgebende Merkmal der Kamelhalsfliegen ist das stark verlängerte erste Brustsegment, dem ein langer, abgeplatteter Kopf aufsitzt. Sowohl dieses Segment als auch der Kopf sind dadurch frei beweglich, eine Modifikation, die ansonsten nur bei den Fangheuschrecken (Mantodea) und den Fanghaften (Mantispa spec. ) zu beobachten ist. Die Flügel sind groß und reich geädert, außerdem tragen sie ein deutliches Flügelmal (Pterostigma). In der Ruhestellung werden sie dachartig auf dem Hinterleib getragen. Die Weibchen haben eine lange Legeröhre (Ovipositor), die beinah so lang ist wie der Hinterleib selbst.
Die ausgewachsenen Tiere leben vor allem im Blattwerk verschiedener Bäume und Büsche und ernähren sich dort räuberisch von verschiedenen Insekten, vor allem Blattläusen. Die Eier werden in Spalten der Rinde abgelegt, die langgestreckten Larven leben unter der Rinde oder am Boden und ernähren sich ebenfalls räuberisch. Sie haben sich vor allem einen Ruf als Borkenkäferjäger gemacht. Die Larvalentwicklung kann zwischen einem und drei Jahren dauern, danach verpuppt sich das Tier in einer ins Holz genagten Puppenhöhle.
Die Systematik der Kamelhalsfliegen basiert auf den Besitz von Punktaugen. Dabei besitzen die Raphidiidae (weltweit etwa 180 Arten) Punktaugen, bei den Inocelliidae (weltweit 20 Arten) fehlen sie. Die nächsten Verwandten der Schlammfliegen sind die Netzflügler (Plannipennia) und die Schlammfliegen (Megaloptera). Die heimischen Arten werden wie folgt in diese beiden Familien eingeordnet:
Systematik der Kamelhalsfliegen