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Als diese Form des Zusammenlebens der Geistlichen im so genannten Kapitel schon im 10. Jahrhundert ihrer Auflösung entgegenging, indem die dem Kapitel gehörenden Güter unter die Mitglieder verteilt wurden, schieden sich die bei der Regel des Augustinus von Hippo verharrenden (und mit Gelübde lebend) als Regularkanoniker (lat. Canonici regulares) von den weltförmigen, den Säkularkanonikern (lat. Canonici saeculares)(ohne Gelübde lebend). Jene bildeten eine neue Klasse von Mönchen, zu deren reichen Pfründen und Pfarreien sich viele aus dem Adel drängten, um auf diesem Weg zu den höheren Kirchenwürden aufzusteigen. Von neuem einreißende Verweltlichung rief verschiedene Reformationen des kanonischen Lebens hervor, als deren namhafteste die Prämonstratenserregel von Norbert von Xanten gilt.
Die Kleidung der Kanoniker war im 12. Jahrhundert ein langer Leibrock, darüber das leinene Chorhemd (Albe); dann das Almutium, eine Mütze von Schaffell, welche Kopf, Hals und Schultern bedeckte; dazu ein schwarzer Mantel ohne Kragen und die Kalotte (Käppchen). Die spätern prachtliebenden Chorherren gaben dieser Tracht ein gefälligeres Aussehen und vertauschten namentlich das Käppchen mit dem viereckigen Barett, woran man jetzt die Chorherren zu erkennen pflegt. Jetzt (d.i. 1889) nennt man Kanoniker (Kanonikus, Chorherr, Domherr, Domkapitular, Stiftsherr) das Mitglied eines Kapitels (Über Kanoniker in der Musik siehe Kanonik).
Bekannte Kanoniker/Kanonikus
[Dieser Artikel basiert auf dem Artikel aus Meyers Konversationslexikon von 1888-90.]