|
|
Kara Mustafa war ein Sohn des Spahi Uruj Bey. Nach dem Tod seines Vaters wurde er in die Familie des Großwesirs Köprülü Mehmed aufgenommen, wuchs zusammen mit dessen Sohn Köprülü Ahmed auf und heiratete dessen Tochter. Er bekleidete für mehrere Jahre das Amt eines Camaicam und wurde zum Admiral der türkischen Flotte ernannt, als sein Schwager zum Großwesir aufgestiegen war. Nach dem Tod Ahmets 1676 folgte er ihm im Amt des Großwesirs.
Seine Gier und Prahlsucht entsprachen seiner Unfähigkeit, und er benahm sich mit typischer Anmaßung gegenüber fremden Botschaftern, von denen er hohe Bestechungsgelder erpresste. Gegen Polen führte er einen erfolglosen Feldzug an.
1678 erhoben sich die Ungarn unter Imre Thököly gegen Österreich und ersuchten die Osmanen um Hilfe. Kara Mustafa sagte sogleich seine Unterstützung zu. Er erhoffte sich, aus den Habsburgischen Gebieten ein muslimisches Reich des Westens zu bilden und dessen Sultan zu werden. Der Plan wurde teilweise durch sein fehlender militärisches Geschick, vor allem aber durch die heroische Verteidigung Wiens und den rechtzeitigen Entsatz durch Jan Sobieski vereitelt. Kara Mustafa bezahlte für seine Niederlage mit dem Leben; er wurde 1683 enthauptet, und sein Kopf dem Sultan auf einem Silbertablett gebracht.
Siehe auch: Zweite Türkenbelagerung