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Doch den Körper des Menschen betrachten nicht nur der Arzt (der Anatom, Physiologe usw.) sondern auch der Künstler, Philosoph, Kleriker mit großem Interesse. Körperlicher Bedürfnisse, das Erlernen jeder Art von Fähigkeit, das Erwachen der Sexualität, Schmerz, Lust, Erotik und nicht zuletzt Krankheit und Tod sind an den Körper gebunden, auch wenn die Seele noch so unsterblich sein mag.
Der Körper kann von uns als bloße Hülle gering geschätzt werden oder eine Quelle des Wohlbehagens und der höchsten Genüsse sein. Wir horchen auf seine Signale, schmücken ihn oder entblößen uns, wir kleiden ihn, wir produzieren uns, wir befriedigen uns selbst und andere, wir lieben und lassen uns lieben - oder eben nicht. Wir haben unser eigenes Körperbild, leiden an unserem Aussehen, bemühen uns um unser Ansehen, werfen uns in die Brust oder vergrößern und verkleinern sie mit den Mitteln der Schönheitschirurgie.
Wir treiben Schindluder mit ihm. Wir können nicht aus unserer Haut. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Wir suchen nach Risikofaktoren, um bestimmte Gefahren zu minimieren, suchen das Risiko um des Risikos willen und sehen darin im Einzelfall ein genetisch bedingtes risk-seeking-behaviour.
Verschiedene Neurophysiologen erklären, selbst unsere "Träume seien nur sinnlose, zufällige Begleiterscheinungen der autonomen elektrischen Aktivität des schlafenden Zentralnervensystems." (in Wolfgang Mertens, Traum und Traumdeutung, C. H. Beck, 2000, S 93). Und dabei leben nicht nur Kosmetik- und Pornoindustrie von diesen und den unbewussten, fest im Körper verankerten Triebwünschen. Ein Teil unserer Freizeitkultur selbst erhebt den Körper zur Ikone - es lebe die Love-Parade!
Wir lügen zwar mit dem Mund, aber sagen mit dem Maul, das wir dabei machen, doch die Wahrheit (Nietzsche). Wir kommunizieren, indem wir uns unserer Körpersprache bedienen, ohne uns dessen bewusst zu sein.
Wir fühlen uns wohl in unserer Haut. Wir vergessen uns selber.
Wir bewegen uns im Cyberspace. Dort können wir unseren Körper hinter uns lassen oder uns auch erregen, unter Anderem ganz der Aufgabe ergeben, eine gute und freie Enzyklopädie zu schaffen...
siehe auch: Sport, Physiotherapie, Medizin, Plastische Chirurgie, bildende Kunst, Voyeurismus, Pornografie, Körperbild, körperorientierte Psychotherapie, Locked-in-Syndrom, Vergeistigung, Geist , Materie,
Literatur: