Korrekturfaktoren mit Insulin

Korrekturfaktoren mit Insulin stellen die Menge Insulin dar, die der menschliche Körper benötigt, um von einem höheren Blutzucker auf den Zielpunkt zu gelangen. Dieser Zielbereich liegt zwischen 80 und 120 mg., gerechnet wird auf den Zielpunkt 100 mg/dl., ggf. aber auch höher. Meist wird ein fester Korrekturfaktor vermittelt, der aber spätestens dann seine Wirkung versagt, wenn die Energieversorgung des Körpers auf Fettverbrennung umgestellt wurde und viele Ketonkörper im Blut eine schnelle Wirkung des Insulins durch Übersäuerung verhindern.

Meist liegt der Korrekturfaktor zwischen 20 und 80 mg/dl. Bei kleineren Personen und Kindern ist der Korrektur höher (geringers Blutverteiungsvolumen) und bei größeren und dickeren Personen niedriger (Insulinresistenz, Blutverteilungsvolumen) und kann auch darüber hinaus gehen.

Je höher der Blutzucker liegt, desto eher läßt sich ein natürlicher Zuwachs der für die Korrektur benötigten Insulinmenge in der Praxis beobachten. So kann man also schließen, dass der Korrekturfaktor gleichfalls einer exponentiellen Entwicklung unterliegt, wie viele andere Wachstums-Prozesse in der Biologie.

Somit ist eine Veränderung des Korrekturfaktors um 10 mg/dl je 100 mg. angebracht, sollte aber - wie ALLES andere auch - durch bestätigende Tests ausprobiert werden und KEINESFALLS ungeprüft übernommen werden.

Bei Übersäuerung des Blutes wird bis zu einem Vielfachen der Insulinmenge benötigt, die sonst für Korrekturen benötigt wird. Da dies aber von Mensch zu Mensch verschieden ist, sollten solche Korrekturen (statitisch gesehen kommen diese bei guter Einstellung weitaus seltener vor) immer im sicheren Bereich durchgeführt werden (z. B. BZ = 400 mg/dl. bei einem Korrekturfaktor von 50 => (400 - 100)/100 x (100 / 50) = 6 Einheiten.

Beabsichtigt man eine Korrektur i. V. so sollte man beachten, anfänglich niemals mehr als 3 I. E. Insulin zu geben. I. V. gegebenes Insulin WIRKT anders und schneller (innerhalb von Sekunden) und somit könnten sich Fehler bei einer solchen Korrektur als die letzten Fehler, die man je machen kann, erweisen.

Warum steigt der Insulinbedarf? Geht man von einem Blutzuckerwert nahe dem hyperglycämischen Koma (ab 800 mg/dl. denkbar) aus, so ist das Blut schon sehr sehr dickflüssig. Die Reibungspunkte in einer solchen Flüssigkeit sind hoch und es ist vorstellbar dass die Insulinmoleküle "zerrieben" werden, bevor sie überhaupt wirken können. Hinzu kommt aber noch die Säure, die gleichfalls an der "Zerstörung" des Insulins wirkt, bevor es seine Funktion erfüllen kann.

Siehe auch: Diabetes



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