Kreiszahl

Die Kreiszahl π, durch den kleinen griechischen Buchstaben pi abgekürzt, auch Archimedes' Konstante oder Ludolphsche Zahl (Ludolph van Ceulen) genannt, ist als das Verhältnis des Umfangs eines Kreiseses zu seinem Durchmesser oder alternativ als die Fläche eines Kreises mit dem Radius 1 definiert. Ihr Zahlenwert beträgt näherungsweise π = 3,141 592 653 589 793 238 462 643 383...

Table of contents
1 Formeln, die π enthalten:
2 Irrationalität & Transzendenz
3 Näherungen
4 Berechnung
5 Merkregel
6 Offene Fragen
7 Anwendungen
8 Kurioses
9 Weblinks

Formeln, die π enthalten:

Formeln der Analysis, die π enthalten:

Formeln der Physik, die π enthalten

Irrationalität & Transzendenz

Die Zahl π ist keine rationale Zahl. Das heißt, sie kann nicht als Verhältnis zweier ganzer Zahlen geschrieben werden, etwa als a/b (üblicherweise Bruch genannt). Dies wurde 1761 (oder 1767) von Johann Heinrich Lambert bewiesen. Tatsächlich ist die Zahl transzendent. Dies bedeutet, dass es kein Polynom mit ganzzahligen (oder rationalen) Koeffizienten gibt, deren Wurzel (Nullstelle) π ist. Als Konsequenz ergibt sich daraus, dass es unmöglich ist, π nur mit ganzen Zahlen oder Brüchen und Wurzeln auszudrücken. Dies wurde von Lindemann 1882 bewiesen. Eine Folge ist auch, dass die Quadratur des Kreises nur mit Zirkel und Lineal nicht möglich ist.

Näherungen

Da es somit keine einfache Formel für π gibt, müssen wir für diese Zahl Näherungen benutzen. Diese Näherungswerte und -verfahren waren lange Zeit insbesondere für die angewandten Wissenschaften (Ingenieurbau etc.) sehr wertvoll; die neueren Näherungswerte hingegen haben bereits soviele Stellen, dass man nicht mehr von praktischen Nutzen sprechen kann.

Ludolph van Ceulen hat 1596 die ersten 35 Dezimalstellen berechnet. Er war so stolz darauf, dass er das Ergebnis auf seinem Grabstein verewigen ließ.

Wallissches Produkt (1665):

2/1 * 2/3 * 4/3 * 4/5 * 6/5 * 6/7 * 8/7 * 8/9 * ... = π/2

Leibniz' Formel (1671):

1/1 - 1/3 + 1/5 - 1/7 + 1/9 - ... = π/4

Formel von Srinivasa Ramanujan (1914):

Keine der oben angegebenen Formeln kann zur effizienten Berechnung von Näherungswerten von π dienen. Für schnelle Berechnungen kann man Formeln wie etwa die von Machin (1706) verwenden:

4 arctan(1/5) - arctan(1/239) = π/4

zusammen mit der taylorschen Reihenentwicklung der Arcustangens-Funktion. Diese Formel wird sofort klar, wenn man sie in Polarkoordinaten der komplexen Zahlen angibt, beginnend mit
(5+i)4 · (-239 + i) = -114244-114244 i.

1996 hat David H. Bailey, zusammen mit Peter Borwein und Simon Plouffe, eine neue Formel für π entdeckt:

Diese Formel erlaubt es auf einfache Weise, die n-te Stelle einer binären oder hexadezimalen Darstellung von π zu berechnen, ohne dass man zuvor die n-1 vorherigen Ziffernstellen berechnen muss. http://www.nersc.gov/~dhbailey/ ist Baileys Webseite und enthält eine Herleitung des Verfahrens und auch Implementationen in verschiedenen Programmiersprachen.

Berechnung

Diese Berechnung nutzt den Zusammenhang aus, dass in der Flächenformel des Kreises π enthalten ist und in Bezug zum Quadrat gesetzt werden kann.

Die Formel für den Flächeninhalt des Kreises : π · r²

Die Formel für den Flächeninhalt des Quadrat : (2r)²



Programm

 r = 1000
 kreistreffer = 0
 quadrattreffer = (2*r)^2
 for y = -r to r
   for x = -r to r
     if wurzel(x^2+y^2) <= r then kreistreffer = kreistreffer + 1
 ausgabe (4*kreistreffer/quadrattreffer) { 3.141549 }

Die Genauigkeit kann mittels r kontrolliert werden. Mit r = 10 bekommt man 3.17 und mit r = 100 die Zahl 3.1417 usw.

Merkregel

Immer wieder haben lange Zahlenfolgen zu einfachen Merksätzen geführt, bei denen die Anzahl der Buchstaben jeden Wortes jeweils eine Stelle der Zahl anzeigt:

Der im Deutschen sicherlich bekannteste Merksatz ist folgender:

Wie, o dies π
Macht ernstlich so vielen viele Müh,
Lernt immerhin, Jünglinge, leichte Verselein,
Wie so zum Beispiel dies dürfte zu merken sein!

Kürzer ist:
Gib O Gott, O Vater Fähigkeit zu lernen!

Viele Stellen hinter dem Komma verbirgt diese englische Eloge:
Now I, even I, would celebrate
In rhymes unapt, the great
Immortal Syracusan, rivaled nevermore,
Who in his wondrous lore,
Passed on before
Left men his guidance
How to circles mensurate.

Der folgende französische Merkspruch ehrt ebenfalls den Archimedes, lässt dann allerdings an Klarheit zu wünschen:
Que j'aime à faire connaître un nombre utile aux sages !
Immortel Archimède, artiste, ingénieur,
Qui de ton jugement peut priser la valeur ?
Pour moi ton problème eut de pareils avantages.

Dann lieber gleich plancker Nonsens ?
How I want a drink,
alcoholic of course,
after the heavy lectures involving quantum mechanics.
All of thy geometry,
Herr Planck,
is fairly hard.

Offene Fragen

Die drängendste Frage bezüglich π ist, ob sie eine normale Zahl ist, ob sie zum Beispiel in einer binären (oder jeder anderen n-adischen) Zahlendarstellung jede mögliche Binär- bzw. sonstige Zifferngruppe gleichermaßen enthält, so wie dies die Statistik erwarten ließe, wenn man eine Zahl vollkommen nach dem Zufall erzeugen würde.

Bailey und Crandal haben 2000 gezeigt, dass die Existenz der oben angegebenen Bailey-Borwein-Plouffe-Formel und ähnlicher Ableitungen belegt, dass die Normalität von π zur Basis 2 (wie auch die von verschiedenen anderen Konstanten) auf eine bestehende Vermutung der Chaostheorie reduziert werden kann. Für weitere Details dazu siehe die Webseite von Bailey.

Anwendungen

Pi spielt in verschiedenen Zweigen der Mathematik eine wichtige Rolle - nicht nur innerhalb der Geometrie.

Siehe Algebra, Analysis, Geometrie, Trigonometrische Funktion, Zahlentheorie

Kurioses

Im Jahre 1897 gab es im US Bundesstaat Indiana einen Gesetzentwurf mit dem die Zahl pi per Gesetz nicht nur als 3.2 sondern nebenbei gleichzeitig auch als 4, 3.25 und 3+1/7 definiert werden sollte. Das Gesetz passierte jedoch (nur wegen eines Formalfehlers) nie die zweite Kammer des Parlaments.

Die ersten eine Million Ziffern von π und 1/π sind als Datei beim Projekt Gutenberg erhältlich.

Der derzeitige Rekord der Berechnung von pi wird durch Yasumasa Kanada auf einem HITACHI Supercomputer mit 1,241 Billionen Stellen gehalten.

Der aktuelle Rekord im Auswendiglernen von pi-Nachkommastellen liegt bei 42195. Aufgestellt am 18.02.1995 vom Japaner Hiroyuki Goto. Den deutschen Rekord hat Ulrich Voigt am 02. Juni 2003 auf 5000 erhöht.

Aus Sternstunden der modernen Mathematik von Keith Devlin:

Weblinks





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