Kühlturm

Ein Kühlturm ist eine Bauanlage, in der erwärmtes Kühlwasser von Kraftwerken und Industrieanlagen rückgekühlt wird. Bei den Trockenkühltürmen besteht kein direkter Kontakt zwischen dem zu kühlenden Wasser und der Umgebungsluft; die Wärme wird hier über Rippenrohrbündel durch Konvektion an die Umgebung übertragen, die hohe Wärmekapazität von Wasser wird dabei ausgenutzt. Bei Nasskühltürmen wird das zu kühlende Wasser durch Verteilerdüsen über Rieseleinbauten gesprüht und dabei durch Entzug der Verdunstungswärme gekühlt. Hierbei wird zusätzlich die hohe Verdampfungswärme von Wasser sowie die Aufnahmefähigkeit der Luft für Wasserdampf genutzt. Diese Bauart wird in erster Linie im Dampfkraftwerk eingesetzt.

Die Gründe für den Betrieb eines Kühlturmes liegen zum einen in der Forderung, ein möglichst kaltes Ende des Dampfkreislaufes im Dampfkraftwerk bereit zu stellen und andererseits ein in der Nähe liegendes Fließgewässer vor unerwünschter Erwärmung zu schützen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer 'Durchlaufkühlung', wenn das Kühlwasser unbehandelt in die Umgebung abgegeben wird. Zulässig ist das nur noch an Küstengewässern, wo die Erwärmung des Wassers keine Rolle spielt.

Im Binnenland haben sich dagegen zwei Verfahren bewährt, mit denen ein Nasskühlturm betrieben wird:

Das erste Verfahren entnimmt einem Fließgewässer das notwendige Kühlwasser, kühlt es nach einmaligem Gebrauch im Kühlturm wieder auf die Ursprungstemperatur ab und gibt das Wasser anschleßend wieder zurück in das Fließgewässer.

Die Umlaufkühlung verwendet dagegen stets das gleiche Wasser; es werden ausschließlich die Verluste aus Verdampfung und Abflut ergänzt. Dieses Verfahren hat sich bei einem geringen Angebot an Kühlwasser sehr bewährt, jedoch muß durch Zugabe von chemischen Stabilisatoren die 'Eindickung' durch die imer im Wasser vorhandenen Salze kontrolliert werden. Weiterhin beseitigt die so genannte 'Abflut' diese unerwünschten Salze aus dem Kühlkreislauf.

Bei allen drei Verfahren muß das Wasser in Filteranlagen vorgereinigt werden, damit die immer vorhandenen Grobverschmutzungen nicht den nachgeschalteten Turbinenkondesator verstopfen und damit unwirksam machen.

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