Kurpfalz

Kurpfalz ist die historische Bezeichnung für das früher von den "Pfalzgrafen bei Rhein" beherrschte Territorium. Dass die Bezeichnung heute - vor allem in der Region selbst - noch gebräuchlich ist, hängt vor allem damit zusammen, dass das Kerngebiet der historischen Kurpfalz auf beiden Seiten des Rheins lag und dass die heute im wesentlichen entlang des Rheins verlaufende Landesgrenze zwischen Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz von vielen Menschen als "künstlich" empfunden wird.

Table of contents
1 Die historische Kurpfalz
2 Die Kurfürsten von der Pfalz
3 Weblinks
4 Weiterführende Literatur

Die historische Kurpfalz

Kurpfalz bezeichnet das Gebiet der Pfalz im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Wie bei vielen anderen Territorien des alten Reiches auch handelte es sich nicht um ein geographisch oder landsmannschaftlich klar abgegrenztes Gebiet, sondern um einen "Flickenteppich", wie der Blick auf die historische Karte (siehe Weblink) zeigt.

Sie gehörte von 1198 bis 1623 und von 1648 bis 1806 zu den Reichslehnsgebieten, an die eine Kurwürde geknüpft war (Kurlande). Der Pfalzgraf verfügte deshalb über eine Stimme im siebenköpfigen Kollegium der Kurfürsten, das den König des Heiligen Römischen Reiches wählte.

Im Zuge der französischen Koalitionskriege wurde der linksrheinische Teil der Kurpfalz infolge der französischen Besetzung vom rechtsrheinischen Teil abgetrennt. Im Zeitraum 1794-1815 waren die linksrheinischen Gebiete als Teil des Départements Mont-Tonnere (französisch für den Donnersberg) in den französischen Staatsverband eingegliedert.

Die Kurpfalz wurde 1803 nach den französischen Koalitionskriegenn im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses aufgelöst. Die rechtsrheinischen Gebietsteile einschliesslich der Städte Heidelberg, Mannheim, Schwetzingen und Weinheim wurden überwiegend dem gleichzeitig zum Großherzogtum aufgewerteten Baden zugeschlagen und von Karlsruhe aus regiert.
Im Odenwald gehörten zur Kurpfalz verstreute Territorien , die die Pfälzer Kurfürsten aufgrund ihrer langjährigen Dienste als Vögte des Reichsklosters Lorsch vom Erben des Klosters, Kurmainz, beansprucht hatten, und schließlich durch Kriege und Pfändung unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Diese Gebiete im Odenwald kamen zusammen mit den kurmainzischen Gebieten über das kurzlebige Fürstentum Leiningen 1806 großenteils an Hessen.

Die Kurfürsten von der Pfalz

Die Kurfürsten von der Pfalz (Pfalzgraf bei Rhein) stammten aus der Dynastie der Wittelsbacher. 1356 erhielt die Pfalz die Kurwürde und verlor sie 1623. 1649 wurde eine achte Kur an die Pfalz vergeben. Die bayerische Kur erlosch 1777 nach dem Aussterben der Münchner Wittelsbacher; der pfälzische Erbe Karl Theodor führte den Titel eines "Kurfürsten von Pfalz-Bayern". Die pfälzische Kur erlosch mit ihrer Aufhebung durch den Reichsdeputationshauptschluss.

Zwischen 1623 und 1649 verlor die Pfalz die Kurwürde.

Weblinks

Historische Karte der Kurpfalz
Geschichtlicher Überblick, Quelle: Zentrums für Unterrichtsmedien
Wissenschaftlich orientierte Website zur Geschichte der Kurpfalz

Weiterführende Literatur

Schaab, Meinrad
Geschichte der Kurpfalz
2 Bände
Band 1 - Mittelalter, 2. Aufl. 1999, Stuttgart: Kohlhammer
Band 2 - Neuzeit, 1992, Stuttgart: Kohlhammer




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